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Wuppertaler für Vielfalt im Pina Bausch Zentrum

Wuppertaler für Vielfalt im Pina Bausch Zentrum : Das Tanztheater passt in diese Stadt

Wuppertaler für Vielfalt im Pina Bausch Zentrum.

Was soll das künftige Pina Bausch Zentrum sein? Eine Woche lang hat sich das Festivals „Under construction“ mit dieser Frage beschätigt. Projektleiter Marc Wagenbach und Tänzerin Julie Anne Stanzak stellten am Samstagabend Visionen und Ergebnisse im alten Schauspielhaus vor. Das Publikum war auch diesmal nicht vor Ort, sondern per Live-Stream dabei. Vor dem Talk im Streaming Studio gab es aber erstmal ein Geburtstagsständchen. „Happy Birthday dear Friedrich“, sangen beide in die Kamera.

 Gemeint war natürlich Friedrich Engels, dessen 200. Geburtstag am 28. November gefeiert wurde – so gut es unter Corona-Bedingungen eben geht. An den Jubilar erinnert auch eine der von Künstler Eckehard Lowisch gefertigten Statuen, die im Innenhof des Schauspielhauses gut anderthalb Meter hoch aufragt (siehe unten) Als Blickfang stand eie kleine Version davon   auf dem Tisch, der für den nötigen Abstand zwischen Moderator und Gast sorgte.

 Ideen und Vorschläge für das Pina Bausch Zentrum haben Wuppertaler in den vergangenen Wochen formuliert. Das Festival-Team erreichten Zuschriften per Mail und Brief. Kinder und Jugendliche steuerten selbst gemalte Bilder bei. „Viele wünschen sich einen diversen Ort“, stellte Wagenbach fest. Einen Ort, in dem sich „viele Altersgruppen und Kulturen“ wiederfinden könnten.

 Doch wie lässt sich die gewünschte „Diversität“ umsetzen? Wagenbach versuchte, den viel zitierten Begriff mit Leben zu füllen – im abwechselnd deutschen und englischen Dialog mit Stanzak, die drei Jahrzehnte lang im Schauspielhaus getanzt hat. Die gebürtige Amerikanerin erinnerte  an das NRW-Tanzfestival vom November 2008. Damals hätten Pina Bausch, ihr Ensemble und die Gast-Tänzer an einem „ganz langen Tisch“ gesessen. Und allen Unterschieden und eventuellen Sprachbarrieren zum Trotz wurde es zum unvergesslichen Gemeinschaftserlebnis.

Diversität ist hier eine
alltägliche Erfahrung

Ganz klar: Wer beim Tanztheater Wuppertal mitmacht, für den ist Diversität eine alltägliche Erfahrung. „Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch“, zählte Stanzak einige der Sprachen auf, die sie auf Proben hört. Dass die Mitglieder des Ensembles auf der Bühne teilweise in ihrer Muttersprache spielen, gehört zum Konzept des Ganzen. Bei Sprachbarrieren, erklärte die Tänzerin, hätten sie und die anderen während der Proben zum Wörterbuch gegriffen. Besonders wenn es darum gegangen sei, Pinas Fragen und Anregungen zu verstehen.

Mit seiner internationalen Besetzung passe das Tanztheater einfach zum städtischen Umfeld, betonte Stanzak, die seit 1986 zum festen Stamm der Compagnie gehört, auch Probenleitungen übernimmt. „Wuppertal hat was“ – das habe sie schon beim ersten Besuch wahrgenommen. Die spezielle Atmosphäre der Stadt machten nun mal die Leute aus, „die von überall her kommen“.