Wuppertal wird im November zum internationalen Tanzfilm-Mekka

Wettbewerb : Das Tal wird im November zum internationalen Tanzfilm-Mekka

Der Verein Tanzrauschen und das International Music + Media Centre Wien veranstalten Ende des Jahres ein Festival.

Fragt man Kerstin Hamburg nach dem Spannenden am Tanzfilm, erhält man gleich mehrere Antworten. „Man erreicht viele Menschen, kann nonverbal kommunizieren, ist international und zugleich lokal unterwegs.“ Die Kommunikationsdesignerin ist Vorsitzende von Tanzrauschen –  ein gemeinnütziger Verein, der für sie nur so in Wuppertal denkbar ist. Die kleine, engagierte Truppe um Hamburg hat sich im siebten Jahr des Vereinsbestehens etwas Besonderes  vorgenommen: Im November lädt sie zum „dancescreen 2019 + Tanzrauschen Festival Wuppertal“.

Der Name Tanzrauschen steht für Tanz und Bewegung, weckt Emotionen und Assoziationen  an Rausch(en) und Schönheit.  Tänzer, Bilder und Kamera bewegen sich  bei der Tanzfilmproduktion. Die Kombination von Tanz, Choreographie, Film und modernen Medien eröffne überdies neue Perspektiven und Möglichkeiten, erklärt Hamburg, warum sich der Verein seit 2013 darum kümmert,  den Tanzfilm einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, zugleich eine optimal passende Ergänzung zur Tanz- und Filmstadt Wuppertal bietet.  „Es gibt hier ein tolles und interessiertes Publikum und   aufgeschlossene Förderer wie andernorts nicht“, lobt Hamburg.

2014 gab es das
erste Tanzrauschen

2014 ging Tanzrauschen erstmals und mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit. 2017 sorgte Tanzrauschen mit dem partizipativen Tanzfilmprojekt „Letters from Wuppertal“ für Aufsehen, das in fünf Filmen festgehalten wurde, die heute noch auf Festivals weltweit gezeigt werden. Im Jahr zuvor fand das erste Festival statt. An vier Tagen im Januar wurden im Kommunikationszentrum „Die Börse“ teilweise nonstop Filme gezeigt, 1200 Besucher kamen an die Wolkenburg. Ein Auftakt nach Maß, der eine Fortsetzung verlangte. Die sollte auch nach zwei Jahren erfolgen, verzögerte sich aber der Finanzierung wegen. Bis  2018 das International Music + Media Centre Wien Tanzrauschen eine Kooperation anbot.

2019 ist für die Pina Bausch-Stadt Wuppertal ein besonderes. Einen Akzent setzt „dancescreen 2019 + Tanzrauschen Festival Wuppertal“, das den renommierten internationalen Tanzfilmwettbewerb der Österreicher nach Wuppertal bringt.   Die Teilnehmer des Wettbewerbs – man rechnet  mit etwa 600 Filmen, vom Fünfminüter bis zum abendfüllenden Streifen, von der fiktiven Geschichte bis zur aufbereiteten Performance  – werden begutachtet, daraus die 60 besten herausgefiltert.  Vom 21. bis 24. November werden diese in Wuppertal gezeigt und von einer international besetzten Jury bewertet. Hamburg freut sich  auf „die aktuellsten und qualitativ besten Filme“. Ausgezeichnet werden der beste Film  und der beste Studierendenfilm. Geplant sei auch ein Tanzrauschen-Publikumspreis. Mit den Auszeichnungen sollen Geldprämien und eine kleine Trophäe überreicht werden. Summen und  Beschaffenheit stehen noch nicht fest.

Mit den Wienern ist vereinbart, dass diese den Wettbewerb finanzieren, die Wuppertaler das Festival. Dank namhafter Sponsoren – Werner Jackstädt-Stiftung, NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie sowie die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, bei der sich der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete und Festival-Schirmherr Helge Lindh (SPD) stark gemacht hat – ist das Festival an sich zwar gesichert, es fehlt aber nach wie vor Geld. Mit der nun beginnenden Detailplanung einher geht die weitere  Suche nach Sponsoren.

Gezeigt werden die Filme im Rex-Filmtheater, eine fußläufig zu bewältigende „Festivalmeile“ soll sich anschließen, auf der ein umfangreiches, derzeit entstehendes Rahmenprogramm angeboten wird, das unter anderem einen Screendancemarket bietet. Im neuen Postboutique-Hotel nebenan wird das Festivalbüro eingerichtet, sind Zimmer für die erwarteten zirka 100 internationalen Gäste reserviert.  Hamburg: „Wir freuen uns auf internationale Impulse und  Inspiration für die hiesige Film- und Kunstszene.“ Es gilt, die Zahl von 1200 Besuchern zu überbieten.

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