Wuppertal: Neuer Kunstverein zeigt "Non finito"

Ausstellung : „Non finito“: Wann ist ein Bild fertig?

Der Neue Kunstverein eröffnet am 30. November seine Mitgliederausstellung.

Beleuchtet und schon von außen erkennbar ist das Fensterbild von Petra Mohr. Ein Fensterbild? Genau. Für die Grafikerin ein ungewöhnliches Medium. Anlässlich der Ausstellung digitalisierte sie den Holzschnitt eines nordkoreanischen Jungen am „Tag der Sonne“ und druckte es auf ein transparentes Medium, das nun wie ein sakrales Kirchenbild wirkt. Dabei spielt sie mit der Wirkung von Innen- und Außenraum. Ein nicht endender Prozess.

Non finito – unter dem Motto sind unvollendete Gemälde, Fotografien, Skulpturen, Installationen und Zeichnungen von 14 Künstlern des Neuen Kunstvereins zu betrachten. Ziel war es, nicht das fertige Ergebnis, sondern den Schaffensprozess darzustellen, indem man an einem Punkt „Stopp“ sagt.

So ergaben sich Fragen, unter anderem danach, wann ein Werk vollendet ist. Dies haben sich die Künstler unterschiedlich beantwortet. Dabei experimentierten sie mit neuen Materialien, reanimierten vergessene Arbeiten oder erfanden sich neu.

Ausstellung ist bis 22. Dezember an der Hofaue zu sehen

Die Künstlerin Regina Friedrich-Körner, die sich sonst mit Drucktechnik beschäftigt, steuert der Ausstellung mit „Stellprobe 1“ ein Werk aus Holz und Diaprojektion bei. Das Eichenholz stammt aus einem Gebiet, in dem 1945 die Schlacht im Reichswald (operation veritable) stattfand und lag jahrelang bei ihr herum. Nun darf es seine Geschichte offenbaren. Für Friedrich-Körner war das Projekt wie ein „Schutzraum“ in dem sie sich ausprobieren konnte, sagt sie, „da man mit Arbeiten an die Öffentlichkeit gehe, die man so nicht kennt“.

Mit einer Fotoinstallation ist Renate Löbbecke vertreten. Auch sie betritt Neuland. Aus ihrem Archiv hat sie Fotos und Pressebilder zusammen gestellt und wiederkehrende Strukturen entdeckt. Steine, Menschen, Wasser, Fleisch, überall findet sich die gleiche Dynamik und erst der zweite Blick erschließt das Motiv. Löbbecke hat das Projekt neue Einblicke ins eigene Werk gegeben. „Der Prozess ist angestoßen“, meint sie.

Weitere Arbeiten zeigen die Künstler Gabriele Barczik, Philine Halstenbach, Sylvie Hauptvogel, Andreas Komotzki, Michaela Kuhlendahl, Eckehard Lowisch, Annette Marks, Andrea Raak, Cordula Sauer, Andreas M. Wiese, Regina Winkelströter.

Die Ausstellung findet vom 30. November bis 22. Dezember an der Hofaue 51, Kolkmannhaus, statt. Die Öffnungszeiten sind donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr.

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