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Wuppertal: Drei neue digitale Angebote des Von der Heydt-Museums

Durch die Ausstellung mit Smartphone : Drei neue digitale Angebote des Wuppertaler Von der Heydt-Museums

Das Von der Heydt-Museum macht drei neue digitale Angebote: einen Multimedia- und einen Chatbot-Guide sowie einen Actionbound.

Früher erklärten Museen ihre Ausstellungsinhalte über Kataloge, Vorträge oder Führungen. Zeitgemäße Vermittlung bedient sich diverser Medien, um Kunst unterhaltsam und informativ an Mann und Frau zu bringen, zum Erlebnis zu machen. Um junge Menschen zu interessieren und Besucher autark zu machen, die gerade in der Pandemie Menschenansammlungen vermeiden wollen. Das Von der Heydt-Museum holt nun drei mal Kunst auf Smartphone, Tablet oder Computer: mit einem Multimediaguide, einem Chatformat und einem Actionbound. Drei Angebote, die verschiedene Besuchergruppen ansprechen. Basis ist die Sammlung, die systematisch digital erfasst wird.

Ohne attraktive Ausstellung läuft nichts. Das Museum wartet derzeit gleich mit dreien auf, kann sich mit „Fokus Von der Heydt: Zero, Pop und Minimal“ über einen Besuchermagnet freuen. Bei der Schau über Kunst der 1960er und 1970er-Jahre dockt der Mulitmediaguide an, der mit Text und Klang durch die Ausstellung führt. Ein Rundgang auf dem Display des mobilen digitalen Endgeräts durch die neun Räume, der eine Stunde dauert.

Lieblingswerke können in Merklisten aufgenommen werden

Es sei denn, er oder sie steuert über die Navigation gezielt einzelne Räume an. Circa 30 Kunstwerke, alles Highlights, werden derzeit vorgestellt – Kuratorin Beate Eickhoff verspricht, dass weitere hinzukommen werden.

Die Arbeiten werden erklärt, um Hintergrundinformationen auch zum Künstler oder zur Zeit der Entstehung  ergänzt, manchmal gibt es Fotos, Videos oder Zeitungsartikel. All das erschließt sich schnell und intuitiv und kann auch als Vorbereitung für den Besuch angeschaut werden. Wer will, kann Lieblingswerke in eine Merkliste aufnehmen und diese gezielt immer wieder „besuchen“. Der Multimediaguide sei das Mittel der Wahl, um das Museum zu öffnen, sagt Museumsdirektor Roland Mönig. Und Beate  Eickhoff betont, dass der Guide „einfach zu machen, zu korrigieren und rasch auf andere Ausstellungen zu übertragen“ sei.

„Ruth, Franz und die Rätsel der Kunst“ spielt ebenfalls in der Ausstellung „Zero, Pop und Minimal“. Die interaktive Schnitzeljagd für Familien mit Kindern von fünf bis 13 Jahren ist als Quiz angelegt und beginnt im letzten Raum der Schau bei George Segals Installation „Ruth in der Küche“, die der Pop Art-Künstler aus den USA 1964 fertigte. Die Jagd führt rückwärts durch die Ausstellung und hilft, mit der Beantwortung von Fragen die vermeintlichen Erinnerungslücken von Ruth zu schließen. Dabei geht es nicht nur ernst zu, auch Quatschantworten sind möglich, erklärt Julia Dünberg, die die Kunstvermittlung im Museum leitet. Die mit dem medienpädagogischen Gametool Actionbound erstellte Tour enthält auch Audio- und Videoelemente und mündet im Museumsflur, wo in einem Kasten eine Belohnung wartet.  Fuchs Franz, das blaue Maskottchen der Kinder-Vermittlung, wurde dafür extra in eine Grafik übersetzt, die nun den Weg weist. Die kleinen Jägerinnen und Jäger nutzen ihre Smartphones oder können sich eines von derzeit zwei Tablets an der Museumskasse ausleihen. Das Spiel wird über die Actionbound-App abgerufen. Ein ähnliches Angebot ist auch für die Ausstellung „Fremde sind wir uns selbst“ geplant, die ab Ende August Bildnisse von Paula Modersohn-Becker bis Zanele Muholi zeigt, kündigt Dürberg an.

Kurzweiliger wie interessanter Austausch im Chatbot

Einen anderen Weg geht der Chat-Guide, den Kateryna Kostiuchenko, Volontärin des Museums und Kuratorin der Ausstellung Jankel Adler: „Metamorphosen des Körpers“ in Kooperation mit der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität erstellt hat. Das digitale Vermittlungsformat fürs junge, smartphoneaffine Publikum arbeitet mit Chatbots, die viele Hintergrundinformationen, Geschichten und Weiterführungen zu 16 ausgewählten Werken Adlers und seiner Zeitgenossen geben. Die jeweiligen Kunstwerke sind mit Buchstaben versehen, über deren Eingabe das Gespräch, der Chat, mit den Bots  eröffnet wird. Fragen und Formulierungsangebote für Antworten erleichtern das Handling. Und erlauben einen kurzweiligen wie interessanten Austausch.

Alle Angebote können auch zu Hause wahrgenommen werden, sind aber gedacht, im Museum vor den Originalen benutzt zu werden. Und das ist ja auch viel schöner.