Wuppertal: Dörte aus Heckinghausen schließt ihre Barmer Küchenoper

Kultur : Dörte schließt Barmer Küchenoper

Finanzielle Probleme und personelle Veränderungen zwingen Dörte Bald zu einer Kunstpause. Vorerst.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge begehen Dörte aus Heckinghausen und ihr Team den siebten Geburtstag der Barmer Küchenoper im kommenden März. Danach soll vorerst Schluss sein mit der beliebten Seifenoper.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Neben den Eintrittsgeldern finanziert sich die Küchenoper hauptsächlich über Sponsoren. „Wir haben zwar einige treue Sponsoren, aber das Geld reicht einfach nicht aus“, sagt Dörte Bald, die die Hauptfigur der Küchenoper spielt. Die Suche nach neuen Geldgebern verlief zuletzt schleppend, und der benötigte Etat für das Jahr 2019 kam nicht zusammen. „Leider gibt es in Wuppertal auch nicht viele potenzielle Sponsoren. Und unser Konzept schreckt vielleicht auch einige ab. Die erfolglose Suche ist einfach ermüdend“, bedauert sie.

Auch das besondere Format einer Seifenoper stellt Dörte Bald und ihr Team vor Herausforderungen. „Wir spielen eine fortlaufende Serie, müssen uns also alle zwei Monate eine neue Geschichte ausdenken, die auch in die Gesamtgeschichte passt“, erklärt Dörte Bald. Dies sei nur zu schaffen, wenn jeder im Team feste Aufgaben übernimmt. Durch personelle Veränderungen wurde dies nun noch schwieriger, so dass sich Dörte Bald dafür entschieden hat, eine Kunstpause einzulegen.

Nun ist es also für Dörte Bald Zeit zurückzublicken. Von 1999 bis 2004 spielte sie in der Figur der Dörte aus Heckinghausen zusammen mit Rainer Wolf die „Bergische Seifenoper“. 2012 feierte die Kultfigur mit der Barmer Küchenoper ihr Comeback, und steht seither alle zwei Monate mit ihrem Bruder Alexander Löwenherz (gespielt von Björn Krüger) und ihrer Freundin und Nachbarin Heidemarie (gespielt von Birgit Pardun) auf der Bühne im Haus der Jugend. Dabei war die Figur, die Dörte Bald so überzeugend spielt, ursprünglich gar nicht für die Bühne gedacht. „Zu seinem 29. Geburtstag hab ich meinen Bruder zu den japanischen Kirschblüten in Heckinghausen eingeladen, und ihm vorher gesagt, dass ihn dort eine Hostess erwarten wird“, erzählt Dörte Bald. „Ich habe ihn dann als Dörte aus Heckinghausen verkleidet empfangen.“ Als sie dann später in der altmodischen Kleidung auch mal auf einer Bühne stand, hätten sich ihre Freunde fremdgeschämt, erinnert sich Dörte Bald lachend. „Auch das Publikum hat über mich getuschelt“, fügt sie hinzu.

Die Figur war ursprünglich
nicht für die Bühne gedacht

Über die Jahre verwandelte sich die anfängliche Skepsis in große Popularität. Die Figur der schrulligen Dörte wurde über Heckinghausens Grenzen hinaus bekannt, und der Saal im Haus der Jugend, wo die Küchenoper aufgeführt wird, ist fast immer innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Inzwischen kann Dörte Bald auf über 30 Folgen der Küchenoper zurückblicken. Dabei gab es für sie keinen speziellen Moment, der ihr besonders in Erinnerung geblieben ist. Vielmehr erinnert sie sich am liebsten an das viele Lachen: Das gemeinsame Lachen bei den Proben, das Lachen des Publikums, die ungewollten Lachanfälle auf der Bühne. Und das treue Publikum, das Dörte aus Heckinghausen über die Jahre begleitet hat. „Ohne unsere Zuschauer wäre das alles nicht möglich gewesen“, betont Dörte Bald. Und auch dem Haus der Jugend und seinem Leiter Franz Schmid gilt ihr besonderer Dank.

Die Figur der Dörte aus Heckinghausen geht Wuppertal zum Glück erhalten. Sie werde unter anderem auf Benefizveranstaltungen auftreten, und auch Dörtes Bühnenschau im Kronleuchterfoyer der Oper soll vorerst weitergehen. Selbst die Wiedereröffnung der Küchenoper ist nicht ausgeschlossen. „Vielleicht kommen wir mit einem anderen Format zurück auf die Bühne“, sagt Dörte Bald. Auch über neue Kooperationen, etwa mit der Bergischen Musikschule, denke man nach.

Zunächst heißt es allerdings Abschied nehmen. Wie das vorläufige Ende der Küchenoper dann auf der Bühne aussehen wird, lässt Dörte Bald offen. Wandert Dörte nach Ennepetal aus? Findet sie doch noch ihren Traummann in Cronenberg? Dörtes letzter Satz auf der Bühne sei aber hier schon mal verraten: „Ich komme wieder!“

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