Wuppertal: Bergische Musikschule und Gymnasium Nocken kooperieren

Bildung : Bergische Musikschule und Gymnasium Nocken kooperieren

Durch Sponsoren konnten für 20 000 Euro Instrumente für die Schüler angeschafft werden.

Hier liegt Musik in der Luft – und das unüberhörbar. Die jungen Teilnehmer des neuen Orchesterprojekts am Gymnasium Vohwinkel können gar nicht abwarten, ihre Instrumente auszuprobieren. Da wird nach Herzenslust gegeigt, trompetet, geflötet und gezupft. Was das harmonische Zusammenspiel betrifft, mag es noch Luft nach oben geben, doch eins ist klar: Die Schüler haben riesigen Spaß am Musizieren. Genau diese Begeisterung zu fördern, ist das Ziel des Modellversuchs, bei dem das Gymnasium und die Bergische Musikschule eng zusammenarbeiten. Dabei steht der Praxisbezug im Vordergrund. Das gerade angelaufene Projekt ist in dieser Form in Wuppertal einmalig und kann sich über breite Unterstützung freuen. Für die Anschaffung der Instrumente wurden rund 20 000 Euro durch Sponsoren bereitgestellt. Zu ihnen gehören die Nettelbeck-Stiftung, die Sparkasse, die Vohwinkeler Bezirksvertretung und private Spender.

„Wir möchten uns bei allen bedanken, die dieses Angebot ermöglichen“, sagt Schulleiter Kai Herrmann. „Wir möchten, dass damit auch Kinder einen Zugang zur klassischen Musik bekommen, die bisher keine Möglichkeit dazu hatten“, erläutert er das Konzept. Konkret sollen 44 Schüler der fünften Klassen am Orchesterkurs teilnehmen.

Dieser hat einen Umfang von drei Wochenstunden und findet parallel zum Musikunterricht im Vormittagsbereich statt. Ein Schwerpunkt ist der Instrumentalunterricht in Kleingruppen, der von sechs Pädagogen der Bergischen Musikschule erteilt wird. In der restlichen Zeit musizieren die Kinder gemeinsam im Orchester. „Wir möchten sehr praktisch an die Sache herangehen und damit das Interesse der Kinder wecken“, erläutert Musiklehrer und Initiator des Projekts Marcus Stursberg. Im klassischen Schulfach Musik werde sonst eher das theoretische Wissen vermittelt. „Das ist sicher auch wichtig, aber dabei kommt oft das Musizieren selbst zu kurz“, findet Stursberg.

Alle Schüler, die das neue Angebot nutzen, werden gleichzeitig auch Mitglieder der Bergischen Musikschule. Durch die enge Kooperation soll die individuelle Förderung der Kinder ermöglicht werden. „Das gab es so bisher in Wuppertal nicht“, sagt Ursula Slawig, Leiterin der Vohwinkeler Musikschulen-Zweigstelle. Sie verweist auf die zahlreichen Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit. So können die teuren Musikinstrumente etwa über die Musikschule günstig versichert werden. Für die Teilnahme am Projekt wird für die Eltern ein Monatsbeitrag von 35 Euro fällig. „Familien, die sich das nicht leisten können, werden gefördert“, sagt Kai Herrmann.

Bei den Kindern kommt das Konzept prächtig an. Die elfjährige Isabella ist von ihrer Geige kaum noch zu trennen. „Ich mag den Klang sehr, auch wenn man viel üben muss“, schwärmt sie. Beim gleichaltrigen Luis hat eher ein anderer Aspekt seine Vorliebe für das Horn beeinflusst. „Das ist schön laut“, sagt er schmunzelnd und tritt dafür gleich den Beweis an. Ansonsten durften die Schüler aus Bratschen, Celli, Kontrabässen, Trompeten, Flöten, Klarinetten und Saxophonen auswählen.

Am Ende des einjährigen Modellversuchs können sie entscheiden, ob sie mit dem Projekt weitermachen möchten. Dann ist die Anschaffung eines Leih- oder Kaufinstruments notwendig. „Es geht darum, dass die Schüler sich bis dahin darüber klarwerden, ob das Orchester etwas für sie ist“, sagt Marcus Stursberg.

Die gerade angeschafften Instrumente werden dann den nachrückenden fünften Klassen zur Verfügung gestellt. „Wir sind sehr gespannt wie sich das Projekt entwickelt“, sagt Kai Herrmann. Im Sommer sind bereits erste Konzerte geplant.