1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Wupper-Theater feiert 25-jähriges Bestehen

Wupper-Theater feiert 25-jähriges Bestehen

Zum 25-jährigen Bestehen wird ein Stück aus den Anfangsjahren wieder aufgenommen: „Sieben gegen den Hai“. Premiere ist am 26. November.

Wuppertal. Trotz ihres jungen Alters sind Derya und Irmak Ertopcu und Atilla Avcu schon so etwas wie Profis in der Jugendgruppe des Wupper-Theaters. Derzeit sind die beiden Schwestern und Atilla mit Proben zu dem Stück „Die glorreichen 7 gegen den Hai“ beschäftigt. Das Stück hat am 26. November im IBZ der Caritas seine Premiere. Atilla spielt dann die Rolle des Hais, der in dem Stück den Bösewicht gibt.

Seit zehn Jahren ist der mittlerweile 18-Jährige schon in der Jugendgruppe des Theaters aktiv, die beiden Schwestern Ertopcu sind auch seit zehn beziehungsweise acht Jahren dabei. „Unsere Familie hatte schon immer ein starkes Interesse am Theater“, erzählt Derya. Es mache einfach Spaß, „andere Rollen zu spielen und das Publikum zu unterhalten“, sagt die 16-Jährige. Und ihre zwei Jahre ältere Schwester freut sich über die „Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen“ aus verschiedenen Kulturen.

Verschiedene Kulturen auf eine Bühne bringen - das ist sozusagen die Kernidee des 1991 gegründeten Wupper-Theaters: Vor allem die deutsche und die türkische Kultur sollten zunächst ein gemeinsames Forum bekommen. Zwischenzeitlich kamen weitere Kulturen und Sprachen dazu. In diesem Jahr feiert das Theater sein 25-jähriges Bestehen. Passend zum Jubiläum wird ein Stück aufgeführt, das eines der ersten war, das von dem Theater gezeigt wurde: damals unter dem Titel „Sieben gegen den Hai“. Zum 25. Geburtstag wird das Stück von Meray Ülgen in bearbeiteter und gekürzter Form wieder aufgenommen - jetzt als Jugendstück, in dem zwölf Kinder und Jugendliche agieren.

Die Story: Ein Hai hat den Austern die Perlen gestohlen. Die Muscheln müssen sich nun mit anderen Meeresbewohnern zusammentun, um dem gefährlichen Raubfisch die Perlen wieder abzuluchsen. „Es geht darum, zu zeigen, wie ein Problem spielerisch und nicht mit Gewalt gelöst werden kann“, erklärt Lilay Huser, eine der vier Gründungsmitglieder des Wupper-Theaters.

Zudem präsentiert das Stück einen überraschenden Ausgang: Der Hai wird nicht besiegt oder unterworfen, sondern in die Gruppe integriert. Das Thema „Interkulturalität“ wird auf der Bühne vorgelebt - ein schönes Beispiel, wofür das Wupper-Theater auch heute noch steht. Barbara Krott, Leiterin des Wupper Theaters, sieht auch vor dem Hintergrund des Flüchtlingswelle des letzten Jahres ihr Ensemble da in einer Vorreiterrolle. Themen wie Migration und Flucht hätten für das Theater, das über einen Verein getragen wird, schon immer eine wichtige Rolle gespielt.

Mittlerweile sei dieses Thema aber auch stärker in den öffentlich geförderten Theater angekommen, sagt die gelernte Bühnen- und Kostümbildnerin. „Da hat sich ganz viel verändert!“ Das Wupper Theater geht überdies in Kindergärten und Schulen und bietet dort Theater-Workshops an. Zudem organisiert das Ensemble seit 2002 unter dem Titel „Auftritt: Beruf!“ Kurse, bei denen Schüler aus Zuwandererfamilien das richtige -Verhalten bei Bewerbungsgesprächen lernen können. Die Workshops werden in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Zentrum für Integration, Bildung und kulturelle Vielfalt durchgeführt.

Die Arbeit in einem freien Theater ist nicht leicht, sie hängt von Projektzusagen und der Unterstützung vor allem durch öffentliche Stellen ab. Krott ist zuversichtlich, dass das Theater für die kommenden „zwei bis drei Jahre abgesichert ist“. Um die nahe Zukunft mache sie sich „keine Sorgen“, sagt die Theaterleiterin. Allerdings steht für das Wupper—Theater nun eine wichtige Personalie an. Zum Ende des Jahres gibt die viel beschäftigte Bühnenbildnerin Krott die Leitung ab; wer ihr nachfolgt, ist derzeit noch unklar. Bis zum Dezember solle es eine Entscheidung geben, heißt es. „Ich denke, dass die Leitung eher von drei Leuten als von einer Person allein übernommen wird“, sagt Krott. Das sei schon aus Gründen der Arbeitsbelastung anders kaum möglich.