„Wir sind da was am Planen dran“

„Wir sind da was am Planen dran“

Gibt es einen Neuanfang für das Vollplaybacktheater? David J. Becher macht vielversprechende Andeutungen.

Wuppertal. Es sollte so schön werden: Im vorigen Winter wollte das Vollplaybacktheater mit seiner speziellen Version des Kinohits „Pulp Fiction“ sein Comeback feiern, der Kartenvorverkauf lief republikweit blendend.

Foto: Daniela Landwehr

Dann waren plötzlich die gesamten Einnahmen aus dem Vorverkauf weg, die Tour musste abgesagt werden. Gegen den Veranstalter wurde mittlerweile ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das Ensemble zog sich zurück und versuchte, den Schaden irgendwie zu begrenzen.

Doch jetzt rührt sich etwas. Es tauchen Postkarten auf mit Porträts der Ensemblemitglieder und Sprüchen wie „Schluss mit Lustig“ und „Pass bloß auf, das kriegste zurück!“. Grund genug für einige Fragen an Gründungsmitglied David J. Becher.

Herr Becher, was wollen mir diese Postkarten sagen?

David J. Becher (lacht): Sie sollen im Prinzip erzählen, dass wir dabei sind, wieder da zu sein. Voriges Jahr hatten wir unser Comeback, dass wir wegen der bekannten Schwierigkeiten abbrechen mussten. Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck an unserem Come-come-back-back. Die Karten könnten auch sagen: „Kumma, wir sind da was am Planen dran.“

Ist juristisch alles geklärt mit ihrem früheren Veranstalter All Artist Entertainment?

Becher: Nein, nein. So ein Insolvenzverfahren kann ja bis zu drei Jahren dauern. Das Schöne ist aber: Es sieht so aus, dass wir unabhängig davon weitermachen können. Wir können wieder nach vorne schauen.

Sind Sie jetzt finanziell aus dem Gröbsten raus?

Becher: Na ja, wir haben 2014 ein Dreivierteljahr für nichts gearbeitet — davon erholt man sich nicht so schnell. Da mussten wir ziemlich herumjobben, um die laufenden Kosten hereinzubekommen. Jetzt können wir mit Unterstützung auf verschiedenen Ebenen jedenfalls wieder planen.

Nachdem Sie die vorige Tour abbrechen mussten, sind viele Fans auf den Kosten für ihre Karten sitzen geblieben. Befürchten Sie nicht, dass sie Ihnen das übelnehmen?

Becher: Ich hoffe nicht. Der Zuspruch, den wir nach dem zwangsweisen Abbruch der Tour bekommen haben, war trotz allem phänomenal. Da kam echt wenig Kritik und Gemecker. Auch die örtlichen Veranstalter haben uns ermuntert, weiterzumachen, obwohl sie ja auch Leidtragende des Tourabbruchs waren.

2013 hat sich das Vollplaybacktheater nach der zweiten Abschiedstournee aufgelöst. Das Comeback wurde durch äußere Faktoren gestoppt. Wie weit planen Sie jetzt?

Becher: Das muss man anders herum sehen. 1997 wollten wir vier Vorstellungen beim Wuppertaler Theatersommer machen — das war der Plan. Dann haben wir immer weiter von Produktion zu Produktion geplant. Aber wir haben bis jetzt solch einen Spaß daran — von uns aus stehen wir auch mit 70 Jahren und ohne Zähne noch auf der Bühne.

Vielleicht doch schon ein Wort zum Inhalt des neuen Projekts?

Becher: Nee.

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