Wuppertaler Kultur: Wie die Inselbewohner das Urmel vor der Königin retten

Wuppertaler Kultur : Wie die Inselbewohner das Urmel vor der Königin retten

Bis zum Jahresende zeigt das Tic in Wuppertal das Familienstück fast täglich.

„Öch bön nich froh“, singt der Seelefant von links hinten und alle recken die Köpfe. Zu sehen ist der Seelefant im TiC-Theater in Wuppertal allerdings nicht, er kommt nur aus dem Lautsprecher. Doch alle anderen Tiere aus Max Kruses beliebten Kinderbuch „Urmel aus dem Eis“ werden von den Tic-Schauspielern wunderbar dargestellt. Bis zum Jahresende ist das Familienstück fast täglich zu sehen. Die Wochenendvorstellungen sind praktisch komplett ausverkauft, während der Woche gibt es noch Karten. Stefan Hüfner hat aus dem Kinderbuch eine ansprechende Theaterfassung geschaffen. Entsprechend seinem Ensemble wird Tim zu Tina und der König zur Königin Pumponella von Pumpolonien. Mit einigen Songs – darunter das Urmel-Lied und „Heia Safari“ von Hermann Amann – lockert er die zweistündige Handlung auf. Joachim Rettig spielt in rosa kariertem Anzug mit blausamtenen Seitenstreifen Professor Habakuk Tibatong. Mit liebevollem Ernst widmet dieser sich der Sprecherziehung seiner Tiere. Als er aus Pompolonien vertrieben wird, macht er gemeinsam mit seiner kleinen Freundin Tina (Nele Nagy) auf einer Südseeinsel weiter. Schweinedame Wutz (Kerstin Trant) hat da bereits Sprechen gelernt und übernimmt nun den Haushalt des Professors. Staubwedelnd und fegend läuft Wutz in ihrer rosa Latzhose mit Kringelschwänzchen über die Bühne. Verschiedene Tiere kommen eifrig und freiwillig zum Sprachunterricht. Christina de Bruyckere-Monti steckt als Waran Wawa in einem hautengen, silbrig schimmernden Anzug und hat eine Tierhaut auf die Wangen gemalt. Passend zum Waran bewegt sie sich geschmeidig vorwärts. Nina Jestel ist als Schuhschnabel Schusch mit Federn und Fliegerbrille ausstaffiert. Selbstbewusst stolziert sie neben den anderen Tieren her und nimmt ordentlich Schwung, wenn sie einen Flug-Auftrag erfüllen soll. Allegra de Bruyckere watschelt als Pinguin Ping hintendrein. Trotz ihres jugendlichen Alters von zwölf Jahren bewältigt sie nicht nur die große Menge Text spielerisch, sondern außerdem den Sprachfehler des Pinguins, der alle „sch“ als „pf“ ausspricht.

Und dann wird eines Tages ein Eisberg mit einem Ei angeschwemmt. Ächzend tragen die Schauspieler das Ei auf die Bühne und brüten es anschließend abwechselnd aus. Heraus schlüpft ein grünes Etwas mit dickem Bauch und Drachenschwanz, das sofort Schweinedame Wutz als seine Mama adoptiert. „Ein Urmel“, ruft Professor Tibatong begeistert. Saskia Deer spielt das kindliche Urmel mit staunendem Augenaufschlag und neugieriger Körperhaltung. Abenteuerlustig tappst das Urmel überall hin und sorgt damit für Aufregung bei den Tieren, die auf es aufpassen sollen. Die Freude währt jedoch nicht lange, denn per Flaschenpost erfährt Königin Pumponella vom Urmel und beschließt, dieses Tier zu erschießen und ihrer Sammlung einzuverleiben. Für Begeisterung bei kleinen und großen Zuschauern sorgt der königliche Hubschrauber, der als Miniaturmodell im Halbdunkel über die Bühne schwebt. Mit fiesem Lächeln schleicht Monika Owart dann als Königin im Safari-Look durch den Dschungel, das Gewehr im Anschlag. Begleitet wird sie vom schmierigen Zoodirektor Dr. Zwengelmann (Clemens Filarsky). Fast hätte die böse Königin das nette Urmel erwischt, doch die Inselbewohner halten zusammen und führen die Jägerin in die Irre. Als schließlich eine Höhle über ihr zusammenbricht, retten die schlauen Tiere Königin, Zoodirektor und Wawa mit Hilfe von Wutz‘ Schlaftonne und die Königin ändert ihre Meinung. So herrscht am Ende weihnachtliche Harmonie und alle verabschieden sich nach viel Applaus mit dem Urmel-Lied.

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