1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Wenn die Orgel erzählt und ein Großvater grunzt

Wenn die Orgel erzählt und ein Großvater grunzt

Peter und der Wolf machten an der Morianstraße Station — weil Thorsten Pech zum Konzert gerufen hatte.

Wuppertal. Weihnachten lässt sich nicht ganz verleugnen. Auch wenn es beim Kinderkonzert „Die Orgel erzählt“ in der Alten Kirche am Kolk um Prokofjews „Peter und der Wolf“ geht, beginnt Thorsten Pech mit einem Weihnachtslied. „Wir sagen euch an den lieben Advent“ singen Kinder, Eltern und Großeltern — vor allem Letztere sind mit ihren Enkeln gekommen. Anschließend zündet die Küsterin feierlich die Adventskerzen an dem Tannenbogen an, der die Kerzen hält.

„Das ist unser Tor zur Ankunft Jesu“, erklärt Pech den Kindern. Dann geht es schnell nach oben auf die Orgelempore, wo die Kinder diesmal auf Sitzkissen platziert werden und dadurch genügend Stühle für die Erwachsenen zur Verfügung stehen.

Während die Kinder sonst meist rege beteiligt sind an Pechs Orgel-Kinderkonzerten, müssen sie diesmal Geduld mitbringen. Pech führt vor, mit welchen Melodien und Registraturen die Figuren aus „Peter und der Wolf“ dargestellt sind: „Alle Menschen und alle Tiere werden durch Klangfarben der Orgel gezeichnet.“

Die Töne, die sein Vogel zwitschert, sind zwar nicht alle von Prokofjew, aber die Klangfarbe kommt der Querflöte sehr nahe. Auch die Ente quakt anschaulich und der Großvater „grunzt so richtig“ aus der Orgel. Für den mutigen Peter hingegen sind die Prinzipale zuständig: „Das ist das wichtigste Register der Orgel und stellt die Hauptperson dar“, erklärt Pech. Die Jungen im Publikum allerdings interessiert besonders das Schwellwerk der Orgel. Jedes Mal, wenn sich die Türen auf- und zufalten, deuten sie begeistert hinauf. Zum Abschluss werden wieder Weihnachtslieder gesungen: Einige Kinder dürfen selbst ein Licht anzünden und auf den Kerzenständer stellen.

Um seine jungen Zuhörer bei der Stange zu halten, hat sich Pech etwas einfallen lassen: Wer das hübsch gezeichnete Bild zum Orgelkonzert am schönsten ausmalt, bekommt beim nächsten Konzert am 29. März um 16 Uhr eine kleine Belohnung. Außerdem verspricht Pech: „Dann gibt es im Konzert etwas ganz Außergewöhnliches, das auch mit der Orgel zu tun hat.“