Weihnachtsstimmung mit barocken Werken

Weihnachtsstimmung mit barocken Werken

Sieben Sinfoniker begeistern mit zwei Stunden Klassik auf höchstem Niveau im ausverkauften Mendelssohn-Saal der Historischen Stadthalle.

In der Adventszeit haben die Menschen offenbar ein großes Bedürfnis nach alter, festlicher Musik. Bis auf den letzten Platz war das erste Kammerkonzert der Saison der Wuppertaler Sinfoniker ausverkauft. Sechs Streicher, ein Querflötist und als Gast der Cembalist Alexander Puliaev boten im Mendelssohn-Saal der Historischen Stadthalle weihnachtliche Barockstücke auf höchstem Niveau.

Udo Mertens glänzte bei Johann Sebastian Bachs Ouvertüre zur h-Moll-Suite mit einer hölzernen Traversflöte. „Die Ouvertüre hat ganz viele Sätze — sie stehen nicht im Programmheft, aber Sie hören sie“, erklärte Mertens eingangs und zog die Zuhörer mit schwelgerischen Passagen, dann wieder mit rasanten Tonkaskaden in seinen Bann.

Die Streicher passten sich klanglich und vom Gestus her hervorragend aneinander an. Dabei achteten sie darauf, die Querflöte nicht zuzudecken. Das Cembalo sorgte mit seinen dezenten Begleittönen für einen festlichen und stimmigen Rahmen.

Begeisterungsstürme im Publikum rief auch Giuseppe Vivaldis „Winter“ aus den bekannten Vier Jahreszeiten hervor. Axel Heß schuf trotz rasantem Tempo und Fingern hoch am Griffbrett hinreißende Phrasierungen. Manchmal eilte er ein klein wenig, doch insgesamt bildete er Winterstürme und wohlige Wärme am Kamin plastisch ab. Auch das restliche Ensemble überzeugte mit einer voller Liebe zum Detail erarbeiteten Interpretation.

Mit wenig Vibrato im barocken Stil gestaltete Jens Brockmann das Bratschenkonzert G-Dur von Georg Philipp Telemann. Feinfühlig phrasierte er das viersätzige Werk.

Wunderbar luftig-leicht und schwingend musizierte das Ensemble nach der Pause das „Weihnachtskonzert“ g-Moll von Corelli, das eine sehr feierlich-fröhliche Stimmung verbreitete. Sehr ausgewogen und präsent agierten die einzelnen Musiker.

Georg Philipp Telemanns „Tafelmusik I“ schloss mit hübschen kleinen Soli, schwelgerischen Melodien und schnellen Sätzen das Konzert.

Trotz des sehr lange andauernden Beifalls erhielten die Zuschauer nach den zwei Stunden keine Zugabe.