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Weigand: Das Tor zur Oper darf nicht geschlossen werden

Weigand: Das Tor zur Oper darf nicht geschlossen werden

Opern-Chef Johannes Weigand kann sich die Bühnen ohne Schauspielzweig nicht vorstellen.

Herr Weigand, Ihre Uraufführungs-Produktion "La porta della legge" wurde zum Lincoln Center Festival eingeladen. Was bedeutet das Gastspiel in New York für die Wuppertaler Bühnen?

Johannes Weigand: Es ist eine unglaubliche Ehre und Bestätigung. Das Lincoln Center Festival ist das bedeutendste Festival für Neue Musik in den USA. Es ist schön, sich in einer Reihe von Kunstproduzenten zu wissen, die wahrgenommen werden.

Weigand: Keinesfalls. Wir machen jetzt seit einem Jahr Programm - und das kann sich sehen lassen. Wir haben "Proserpina" uraufgeführt, auch die "Griechische Passion" hat überregionale Aufmerksamkeit erhalten. Die Resonanz - vor allem auch die Einladung in die USA - zeigt uns, dass es spannend und richtig ist, nicht nur Mainstream, sondern auch Zeitgenössisches zu bieten.

Weigand: Die Stimmung ist produktiv und arbeitsmäßig sehr gut. Alle sind überzeugt von dem, was sie tun. Außerdem spüren wir den Wind, den die Kollegen im Kleinen Schauspielhaus machen.

Weigand: Die erste Schwelle, die auf dem Weg ins Theater genommen wird, führt in der Regel über das Schauspielhaus. Das Sprechtheater ist die Tür zur Oper. Wir sehen im Opernhaus vermehrt Zuschauer, die über das Kleine Schauspielhaus den Weg zu uns finden. Auch die Arbeit unserer Theaterpädagogen beginnt beim Sprechen. In Schulen gibt es in der Regel eine Theater-AG - aber keine Opern-AG.

Weigand: Theater ohne ein Schauspielhaus - da würde etwas Elementares fehlen, ganz klar. Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet, dass sich die Spielpläne der beiden Sparten aufeinander beziehen. Wir arbeiten eng zusammen und befruchten uns gegenseitig. Aber ehrlich gesagt: Wie die Zukunft gemäß der Sparpläne aussehen soll oder könnte, ist noch nicht in unsere Vorstellung gedrungen. Das ist sehr schwer vorstellbar. Alle fragen, ob sich Wuppertal zwei Spielstätten leisten kann. Aber keiner fragt: Kann es sich Wuppertal leisten, keine zwei Spielstätten zu haben?

Weigand: In der kommenden Saison präsentieren wir zusammen mit den Schauspiel-Kollegen wieder einen sehr bunten, schnellen Spielplan. Wuppertal ist für unseren Beruf ein sehr angenehmer Ort. Wuppertal ist eine Großstadt, hat aber auch reichlich Kieze. Die Stadt ist groß genug, um sich zu teilen. Das genießen alle, die an den Bühnen arbeiten. Und das macht die künstlerische Arbeit auch sehr lebendig.