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Vorhang auf für „Krabat“: Lars Emrich schwört auf die Magie der Liebe

Vorhang auf für „Krabat“: Lars Emrich schwört auf die Magie der Liebe

Der Regisseur feiert morgen Premiere in Elberfeld.

Elberfeld. Was lange währt, wurde sprichwörtlich gut: Zehn Jahre lang schrieb Otfried Preußler an „Krabat“. Das Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater bringt die magische Geschichte nun auf die Bühne: Lars Emrich setzt das Stück für Zuschauer ab zwölf Jahren in Szene. Das Ensemble feiert am morgigen Donnerstag um 19.13 Uhr Premiere im Berufskolleg Elberfeld.

Herr Emrich, was spricht dafür, „Krabat“ auf die Theaterbühne zu bringen?

Lars Emrich: „Krabat“ ist nicht nur eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich kenne viele, die dem „Zauber“ dieses Buches verfallen sind oder neu verfallen. Es ist eine tolle Geschichte über Magie und die Macht der Liebe, die nichts von ihrer Faszination verloren hat. Und es ist ein Stoff, der das Magische der Theaterbühne geradezu herausfordert.

Otfried Preußler schrieb — mit Unterbrechungen — zehn Jahre lang an „Krabat“. Wie erklären Sie sich diesen langen Zeitraum?

Emrich: Otfried Preußler hat „Krabat“ nicht nur als eines seiner wichtigsten Bücher beschrieben, sondern auch immer betont, dass die Geschichte dieses Jungen seine Geschichte sei. Er hatte zuvor „Der kleine Wassermann“ und „Die kleine Hexe“ geschrieben, aber in der Arbeit an „Krabat“ wohl gemerkt, dass er zu viel auf einmal wollte oder noch nicht so weit war, um es so zu schreiben, dass es seinen Ansprüchen genügte. Dann hat er das Manuskript zur Seite gelegt, um etwas Leichtes, Lustiges zu schreiben. Daraus wurde der „Räuber Hotzenplotz“. Manchmal merkt man als Künstler, dass es noch Zeit bedarf für bestimmte Geschichten. Das Ergebnis hat Preußler in seiner Arbeitsweise Recht gegeben und uns neben dem Krabat auch den Hotzenplotz geschenkt.

Haben Sie eine Lieblingsszene?

Emrich: Lachend muss ich gestehen: viele, eigentlich alle, weil das Stück auch sehr gut gebaut ist. Alles führt uns ein Stück weiter in die Welt der Mühle am „Schwarzen Wasser“ und zu den Figuren. Müsste ich mich dennoch entscheiden, sind es die Szenen, in denen wir etwas ganz Neues über die Charaktere erfahren — so wie über Tonda in der Osternacht oder über den dummen Juro. Und ich mag die Szenen sehr, in denen die Müllerburschen Raben sind. Und natürlich den Moment, in dem die Liebe über das Böse siegt . . .