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Von Bayreuth nach Wuppertal: Die neue Stimme der Oper

Von Bayreuth nach Wuppertal: Die neue Stimme der Oper

Thomas Schobert ist neu im Wuppertaler Ensemble. Noch singt der Bassist im Festspielchor von Bayreuth.

Wuppertal. Bevor es in Wuppertal so richtig losgeht, tankt Thomas Schobert noch einmal Wagner pur. Zum sechsten Mal singt der neue Bassist der Wuppertaler Bühnen im Festspielchor von Bayreuth. "Das ist einfach eine super Atmosphäre da. Man lebt dort wie auf einer Insel", schwärmt der 28-Jährige.

Fünf Wochen Probe, dann fünf Wochen Aufführungen: Der Sänger wohnt währenddessen bei seinen Eltern in Erlangen. "Die Leute, mit denen man dort zusammenarbeitet, gehören zur Spitze." Über die Kontakte, die er in Bayreuth geknüpft hat, bekam er auch das Engagement in Wuppertal. Der Wuppertaler Studienleiter Oliver Stapel assistiert regelmäßig dem Bayreuther Chordirektor.

Bei Gesprächen in der Kantine ließ Schobert durchblicken, dass er nach seinem Engagement am Stadttheater Trier weitere Herausforderungen sucht. Bald darauf kam ein Anruf mit Einladung zum Vorsingen. "Hier haben einfach die schöneren Partien auf mich gewartet", lobt er sein neues Haus. Zudem lockt ihn hier der gute Ruf des A-Orchesters. Auch seine Freundin Claudia Felix freut sich, wieder näher an ihre alte Heimat zu ziehen: Sie stammt aus Willich. Und vielleicht findet sich für die Schauspielerin ja auch bald eine Stelle in Wuppertal.

Dabei wollte Schobert ursprünglich Chemie studieren. Sogar ein Stipendium hatte er dafür wegen seiner guten Chemie-Leistungen. Die Eltern, Hauswirtschaftslehrerin und Elektromeister, rieten: "Mach’ was G’scheits mit deinem guten Abi." Doch das Singen machte dem Bub einfach zu viel Spaß. Aufgefallen ist sein Talent das erste Mal, als der Lehrer in der 9.Klasse das deutsche Kunstlied durchnahm. Während alle anderen vor sich hingrummelten, sang Thomas aus voller Kehle, ebenso wie vorher vor dem Radio.

Also suchte sich Thomas Schobert eine Gesangslehrerin und schaffte zwei Jahre später die Aufnahmeprüfung am Nürnberger Konservatorium, das dann zur Musikhochschule erhoben wurde. Das Meisterklassen-Diplom wartet mangels Zeit immer noch auf den Sänger - und soll in diesem Jahr nachgeholt werden.

Jetzt sucht der Bassist erst einmal eine Wohnung in der für ihn noch völlig unbekannten Stadt: "Am besten im Grünen, da fühlt sich auch die Katze wohl." Er widmet sich den Partien, die in Wuppertal auf ihn warten, und hört die von ihm geschätzten alten Sängeraufnahmen. Besonders sein Debüt in Verazis "Iphigenie auf Tauris" musste er sich erst einmal erarbeiten. "Von dem Komponisten hatte ich vorher noch gar nichts gehört", gibt Schobert zu. Im kommenden Oktober hat das Stück in Remscheid Premiere, im Mai 2009 dann im neu eröffneten Barmer Opernhaus.