Über die Wurst zur Kunst

In der Galerie Kunstkomplex zeigt Eugen Egner unveröffentlichte Zeichnungen der Jahre 1955 bis 1996.

Wuppertal. Der „Eilige Wursttransport“ hat eine irritierende Wirkung: Am Rande eines Gewässers steht ein Indianer. Obwohl eine Sprechblase an seinem Mund klebt, sagt er nichts. Im Hintergrund stürzt eine merkwürdig aussehende Flugmaschine ab. Im Mittelpunkt der Zeichnung steht aber die Wurst. „Über die Wurst können die Rezipienten einen Zugang erhalten, wenn sie sich auf dem sonst eher fremdartigen Terrain meiner Bilder bewegen“, sagt der Künstler Eugen Egner. In der Galerie Kunstkomplex präsentiert er bisher unveröffentlichte Zeichnungen der Jahre 1995-1996.

Bei der Vernissage führten insgesamt 14 Kunstdrucke von Motiven der sogenannten „Gebrüllhaften Geweihserie“ in die Welt des Absurden.

Eugen Egner erklärte: „Das ist ein Bilderzyklus. Die Figuren tauchen bei allen Skizzen immer wieder auf — nur verändert und in unterschiedlichen Konstellationen.“ Personal und Versatzstücke kommen aus dem Comic-Bereich. „Die Bilder erzählen streng genommen nichts. Es gibt keine Pointe oder ähnliches“, so der Künstler. Dafür jede Menge skurrile Details, die darauf warten, von ihren Betrachtern entdeckt zu werden. „Ich habe das Ganze immer weitergetrieben und versucht, die Bilder und Figuren so extrem wie möglich zu gestalten.“

So wendet sich der Zyklus vor allem an Menschen, die Erklärungen suchen — und dabei zu ganz unterschiedlichen Assoziationen gelangen. Verbindungslinien sind dennoch erkennbar: Zum Beispiel dann, wenn auf jedem Motiv ein Geweih aus dem Rahmen zu fallen scheint, das dem Zyklus seinen Namen verleiht. Oder die Wurst, die jeder kennt und die dort Halt verspricht, wo „der Bildaufbau besonders bescheuert aussieht.“