Tim Bendzko lässt sein Publikum in Wuppertal tanzen

Konzert : Tim Bendzko lässt sein Publikum tanzen

Der Sänger ist von der Stadthalle beeindruckt und will wiederkommen.

Wuppertal. Tim Bendzko stand im ausverkauften Großen Saal der Historischen Stadthalle noch gar nicht auf der Bühne, da brandete schon der erste Jubelsturm auf. Der wurde noch lauter, als der 32-jährige Sänger sein Bühnenbild enthüllte — ein kleines Wohnzimmer mit zwei roten Sesseln und zahlreichen Tisch- und Stehleuchten.

Sein Konzert begann der Songwriter mit leisen Tönen, verzichtete in den ersten Versen auf den Einsatz eines Mikrofons und beeindruckte mit einer starken, gefühlvollen Stimme. Und das über die gesamte Dauer des rund anderthalbstündigen Konzertes und der 45-minütigen Zugabe. Lange hielt es das überwiegend junge und weibliche Publikum trotzdem nicht auf den Sitzen. Schnell erhoben sich die ersten Fans, um zu tanzen, klatschen und jubeln. Erst recht, als Tim Bendzko seine Worte direkt an sie richtete und die Schönheit der Historischen Stadthalle hervorhob: „Mir ist das Herz stehen geblieben, als ich heute Nachmittag in den Saal gekommen bin. Das ist mit Abstand der schönste Ort, an dem ich je gespielt habe.“

Was bei Musikern in anderen Städten wohl zum gewohnten Sprücheklopfen gehört, durfte an diesem Abend getrost als aufrichtig wahrgenommen werden. Denn schon mittags hatte der Sänger im Sozialen Netzwerk Instagram ein Bild vom Großen Saal der Historischen Stadthalle geteilt. Bildunterschrift: „In diesem unglaublichen Saal darf ich heute Abend Musik machen!!!“

Das Wuppertaler Konzert bildete das vorläufige Finale der „Mein Wohnzimmer ist dein Wohnzimmer“-Reihe 2017. Und der 32-Jährige zeigte mit seiner vierköpfigen Band die ganze Vielfalt, die in ihm steckt. Das führte dazu, dass das eine oder andere Lied auch mal anders klang als auf der Platte oder im Radio, was sicherlich kein Nachteil war.

Tim Bendzko begeisterte aber nicht nur mit eigenen Songs seiner drei Alben wie „Nur noch kurz die Welt retten“ oder „Keine Maschine“, sondern auch mit Coverversionen. Mit Philipp Poisels „Wo fängt dein Himmel an“ und Mattias Reims „Verdammt, ich lieb’ dich“ sowie einigen Anekdoten zeigte der Sänger zudem sein Unterhaltungs-Talent.

Daria Zimmermann (31) hatte ihre Freundin Vanessa von Broich (30) mit dem Konzertbesuch überrascht. Beide waren sich sicher: „Tim hat das einfach super gemacht.“ Groß war auch die Freude bei der neunjährigen Alicia, die während des Konzerts ein Foto mit ihrem Idol machen durfte. Nicht nur sie dürfte sich über ein Versprechen Bendzkos gefreut haben: Er will in die Stadthalle zurückkehren.

Mehr von Westdeutsche Zeitung