TiC: Allan will cool sein

In der Woody-Allen-Komödie „Spiel’s nochmal, Sam“ sucht ein filmsüchtiger Kritiker eine neue Liebe.

Wuppertal. Seinen Helden trägt Allan auf der Brust. So wie der coole Frauentyp Humphrey Bogard aus dem Film „Casablanca“ möchte er sein und ist doch so anders. Hypochondrisch veranlagt, linkisch und unsicher lebt er mehr in seiner Phantasiewelt als in der Realität. Der kinosüchtige Filmkritiker wird von seiner Frau verlassen und sucht nun, mithilfe seiner Freunde Dick und Linda eine neue Beziehung.

Woody Allens Erfolgskomödie „Spiels‘s noch einmal, Sam“ von 1972 verbindet Schein und Sein zu einer gekonnten Symbiose und wurde im Tic-Theater Cronenberg erfolgreich auf die Bühne gebracht. Herrlich tollpatischig, mit dicker Woody Allen-Brille auf der Nase, stolpert Allan (Alexander Bangen) über die Bühne, wenn es darum geht, attraktive Frauen zu beeindrucken, alle gespielt von Saskia Deer.

Robert Flanze gefällt als sein smarter, beruflich gestressten Freund Dick und Livia Caruso sympathisch frisch als dessen, von ihrem Mann vernachlässigte und Allan ähnliche neurotische Frau Linda. Voller Situationskomik, Wortwitz und ironischen Dialogen unterhält das Stück bestens und führt mitunter eigene kleine Schwächen vor Augen. Herrlich die halluzinatorischen Momente, in denen Allan Zwiegespräche mit seinem Idol Humphrey Bogard führt, der ihm in brenzeligen Situationen zur Seite stehen will.

Dem Premierenpublikum im Tic-Theater gefiel dieses witzige Geflecht aus Phantasie und Realität, belohnte die Darsteller mit vielen Lachern und starkem Applaus.