Wuppertal: Theater im Tanzhaus sucht neues Zuhause

Wuppertal: Theater im Tanzhaus sucht neues Zuhause

Kristof Stößel hat mit dem Theater im Tanzhaus zunehmend Erfolg, muss aber 2018 aus dem Haus an Elberfelder Straße ausziehen.

Wuppertal. „2017 sind wir noch komplett und mit vollem Programm an der Elberfelder Straße,“ sagt Kristof Stößel, Leiter des Theaters im Tanzhaus. Aber es ist das letzte Jahr. Denn der Mietvertrag von Stößel und Christopher Zech, dem Leiter des Tanzhauses, läuft im Februar 2018 aus. „Was dann kommt, wissen wir noch nicht. Wir würden uns wünschen, dass wir Tanzhaus und Theater weiter in einer Location betreiben können, denn das funktioniert gut zusammen.“

Foto: Andreas Fischer

Idealerweise böte dieser neue Ort 900 Quadratmeter Platz, läge in Wuppertal und müsste nicht für mindestens eine Million Euro wegen der Brandschutzauflagen umgebaut werden. Dann müsste Stößel das Theater nicht mehr wegen des Tanzunterrichts so oft um- oder abbauen; dann könnte er auch an eine feste Bestuhlung denken. Wuppertal soll es sein, weil das Tanzhaus hier seine Schüler hat. Stößel möchte mit dem Theater auch gern in der Stadt bleiben, muss es aber nicht unbedingt. Denn das Ganze ist vor allem eine Kostenfrage. „Am einfachsten wäre es, wenn wir eine Gastronomie mit Veranstaltungssaal übernehmen können — da sind die Auflagen noch erfüllbar. Alles andere sprengt den finanziellen Rahmen“, sagen Zech und Stößel.

Von einigen Unbequemlichkeiten mal abgesehen, läuft es richtig gut im bisherigen Stammhaus. Um die 10 000 Zuschauer habe das Theater im Tanzhaus 2016 gehabt, sagt Stößel. 2017 dürften es noch mehr werden, weil er das ganze Jahr freitags, samstags und sonntags durchspielen will. Ins Programm nimmt er neue Stücke wie den Comedy-Krimi „Theater Theater — ein perfekter Mord“ (Premiere 16. März) und die Komödie von Dora Heldt „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ (Premiere 29. April). Weitere kommen ab Sommer.

Er bringt aber auch die Renner der vorigen Spielzeit wieder auf die Bühne wie die Politkomödie „Mutti“ („mit dem Erfolg hätte ich nie gerechnet“), „Schwanensee in Stützstrümpfen“ („das etabliert sich als Weihnachtsstück“) und im Sommer „Currywurst mit Pommes“ — Grillwürstchen in der Pause inklusive.

Der „Mädelsabend“, der bundesweit auf Tour geht, ist auch in Wuppertal eine Säule des Spielplans. „Er ist eigentlich immer ausverkauft. Wenn sich fünf Kerle ausziehen, kommt das einfach gut an.“ Alle Vorstellungen für dieses Jahr stehen bereits im Netz und auch können gebucht werden: „Für Silvester sind die ersten Karten schon weg.“

Kristof Stößel schätzt, dass er viele Stammgäste hat („das ist oft sehr familiär“), ist aber auch umtriebig, um die Aufmerksamkeit potenzieller Besucher zu wecken.

Ab März bietet das Theater an einem Sonntag im Monat eine Brunchvorstellung an. Beim Weihnachtsmarkt am Toelleturm war das Theater mit einem Stand vertreten. Das Ensemble ist beim Karnevalszug dabei und läuft in diesem Jahr wieder mit beim Schwebebahnlauf; beim vorigen Mal kam es mit dem Preis fürs schönste Kostüm nach Hause.

Fürs Stadtmarketing führt der Theaterchef als Baronin von Wupp durch verschiedene Viertel und Lokale — „zwölf oder 13 Führungen werden es in diesem Jahr wegen der großen Nachfrage“. Im Advent macht Angela H. Fischer in der Schwebebahn eine Weihnachtslesung — „auch dafür sind die ersten Tickets schon weg“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung