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Tanya Stewner: „Träumen ist die wachste Art des Daseins“

Tanya Stewner: „Träumen ist die wachste Art des Daseins“

Die Autorin erfüllt sich einen lang gehegten Wunsch: „Das Lied der Träumerin“, ihr neuer Roman, erscheint am 10. März.

Frau Stewner, Sie feierten bisher als Kinderbuchautorin Erfolge. Nun versorgen Sie auch „erwachsene Träumer“ mit realem Lesestoff. Haben Sie eine neue Zielgruppe entdeckt?

Tanya Stewner: Langfristig möchte ich sowohl für Erwachsene und Jugendliche als auch für Kinder schreiben. „Das Lied der Träumerin“ war allerdings bereits vor meinem ersten Kinderbuch („Mit Elefanten spricht man nicht!“) fertig. Ich hatte nur lange nicht den Mut, es einem Verlag anzubieten, da es ein sehr persönliches Buch ist, mit dem ich vor den Lesern praktisch mein Seelenleben offenlege. Ich musste noch ein bisschen „wachsen“, um mich das zu trauen. Aber mittlerweile freue ich mich sehr, dass es nun endlich so weit ist und ich das Buch bald in Händen halten kann.

Ihr neuer Roman hat eine klare Botschaft: Angelia hofft auf den Durchbruch als Sängerin. Und sie ist fest davon überzeugt: Nur wer träumt, der lebt. Ist das auch Ihr persönliches Lebensmotto?

Stewner: Absolut! Wer einen Traum hat, nimmt sein Leben selbst in die Hand und wird zum Schöpfer seines eigenen Lebensweges. Wer träumt, der lebt. Ich denke sogar, dass Träumen die wachste Art des Daseins ist.

Den Traum, Schriftsteller zu werden, haben viele. Davon leben können allerdings nur die wenigsten. Was raten Sie jungen Schreibtalenten?

Stewner: Schreibt, was in eurem Herzen ist, und nicht das, was vielleicht gut ankommen könnte.

Wovon träumen Sie in guten Nächten?

Stewner: Ich träume vor allem tagsüber — und da von neuen Wegen, neuen Geschichten und neuen Liedern.

Und woran denken Sie in schlechten Träumen?

Stewner: An Stagnation.

Wie entstehen Ihre Geschichten? Haben Sie von Anfang an die komplette Handlung im Kopf, oder verselbständigen sich die Figuren während des Schreibens?

Stewner: Meistens habe ich die Geschichte komplett im Kopf, bevor ich loslege. Ich schreibe vorher ein Exposé für meinen Verlag, das mir aber auch selbst hilft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Manchmal entwickelt sich eine Figur allerdings auch ganz anders als geplant.

Welche Rolle spielt Ihre Wuppertaler Heimat im Schreibprozess?

Stewner: Ich hänge sehr an Wuppertal und setze mich zum Schreiben auch gern in Cafés und lasse die Wuppertaler um mich herumwuseln. Ich mag es lebendig, und Wuppertal ist sehr lebendig.

Wie geht es weiter mit Ihrer Reihe „Liliane Susewind“?

Stewner: Eigentlich sollte der sechste Lilli-Band, „Ein Panda ist kein Känguru“, der letzte sein. Ich hatte so viele Ideen für andere Bücher, dass ich mich erst einmal mit etwas anderem austoben wollte. Das habe ich dann mit der Elfen-Reihe gemacht („Wie weckt man eine Elfe?“ und „Eine Fee ist keine Elfe“), bei der ich mittlerweile schon den dritten Band schreibe. Lilli ist mir aber sehr ans Herz gewachsen und es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit ein siebter Band erscheinen wird.

Welchen Traum haben Sie noch?

Stewner: Die Musik! Musik war schon immer ein großer Teil meines Lebens — und ein Traum. Zusammen mit meinem Mann Guido komponiere ich eigene Popsongs. Fünf von unseren Liedern werden sogar auf dem Hörbuch von „Das Lied der Träumerin“ zu hören sein, das von Yvonne Catterfeld gesprochen wird. Mein Traum für unsere Musik ist, dass wir eine Plattenfirma finden und ein richtiges Album herausbringen können, was natürlich schwierig ist. Aber ich weiß ja, dass Träume wahr werden können.