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Talentsucher: Alles unter einem Dach

Talentsucher: Alles unter einem Dach

Die Plattenlabel Paul und Radio Blast haben sich mit den Tour-Organisatoren von Weird World zusammengetan.

Wuppertal. "Wir wollten Künstlern alles unter einem Dach anbieten", beschreibt Frank Hesshaus den Grund, warum im Büro über dem "Café Tango" die beiden Plattenlabel Paul und Radio Blast zusammen mit der Booking-Agentur Weird World, die für Bands Touren organisiert, ein großes Unternehmen bilden.

Dabei ist Radio Blast, das englischsprachige Musik veröffentlicht, der älteste Teil der Firma. "Ich habe früher für ein Punkrock-Magazin geschrieben und viel mit Künstlern zu tun gehabt. Dann kam die erste Band und hat mich gefragt, ob ich sie nicht als Label unter Vertrag nehmen möchte. Das war die Geburtsstunde der Plattenfirma, die schnell mit ihren Künstlern erfolgreich war", so Tom van Laak.

Dabei ist Punkrock bei dem Label längst nicht mehr die einzige Musikrichtung. "Die Grenzen sind bei uns offen. Die Hauptsache ist, dass die Musik uns gefällt. Heavy Metal oder Freejazz würden wir da allerdings ausschließen" So verwundert es auch nicht, dass mit der US-Band The Bastard Sons of Johnny Cash auch punkiger Country-Sound bei den Wuppertalern gut ankommt.

"Country ist zurzeit stark im kommen - und das sowohl bei jungen als auch bei alten Musikfans. Da gibt es eine ganz neue Szene. Wir haben bei den Bands, für die wir die Touren organisieren ein riesiges Feedback und volle Clubs", berichtet Hesshaus. "Auch die Bastard Sons haben wir so kennen gelernt. Für Europa werden wir die CD ,Road to Texacali’ im September veröffentlichen."

Die Platte der Texaner vereint die besten 20 Songs der drei Veröffentlichen in den Staaten. Ihren Bandnamen haben die Musiker übrigens noch zu Lebenszeiten des Musikers von diesem genehmigen lassen.

Beim zweiten Label Paul war es der Wunsch, Bands der 80er Jahre wieder auf CD zugänglich zu machen, aus dem letztlich eine Plattenfirma entstanden ist. Dazu gehörte neben der Kölner Formation Angelica Express auch die Zweitband des Fehlfarben-Frontmanns Peter Hein: Family Five. Dazu kamen später auch junge Deutschpop-Bands wie Junges Glueck, die ihr Debüt "Hier im Vakuum" bei Paul veröffentlicht haben.

Das Kerngeschäft des Quartetts aus Elberfeld ist aber das Booking, das Weird World derzeit für rund 40 Bands übernimmt, während die beiden Labels pro Jahr etwa zwei bis drei Platten veröffentlichen. "Davon kann eine kleine Plattenfirma heute kaum noch leben. Ohne weitere Arbeitsbereiche wie Promotion oder Booking geht das nicht", sagt Frank Hesshaus.

Früher sei es kein Problem gewesen, 2000 Vinyl-Singles zu verkaufen, heute seien 500 CDs schon eine hohe Hürde. Zu seiner Booking-Agentur ist er als Musiker gekommen, der für die eigene Band eine Agentur für die Konzerte gesucht hat und so sein eigenes Unternehmen gegründet hat.

Was die Bands angeht, sind für ihn die Zeiten in denen sich Bands mit einem Demotape beworben haben, längst vorbei. "Wir haben so eine Band unter Vertrag genommen, da oft die Qualität nicht unseren Anforderungen entspricht oder die Künstler musikalisch nicht zu uns passen. Häufiger ist es, dass wir eine gute Band entdecken und dann auf diese zugehen", erklärt Hesshaus.