Ausstellung: Street-Art-Künstler JonOne: „Farben machen mich glücklich“

Ausstellung: Street-Art-Künstler JonOne: „Farben machen mich glücklich“

Neue Galerie Droste eröffnet mit der Ausstellung des Street-Art-Künstlers JonOne.

Wuppertal. Wer bei einer Vernissage gerne auf knallige und bunte Bilder schaut oder sich für Selfies davor schmückt, der war bei der Ausstellung der Galerie Droste am Samstagabend an der richtigen Stelle. 19 großformatige Bilder des New Yorker Künstlers JonOne - mit bürgerlichen Namen John Andrew Perello - sind in der neuen Galerie an der Katernberger Straße bis zum 12\. November zu sehen.

Patrick Droste und Partnerin Katharina Galladé freuen sich, einen renommierten Künstler der New Yorker Street-Art-Szene präsentieren zu können. Dabei ist JonOne längst europäisiert - lebt der mittlerweile 53-Jährige doch schon seit fast 30 Jahren in Paris. Seine erste Ausstellung hatte Perello 1990 in der Berliner Galerie Gleditsch: „Damals stand die Mauer noch“, erinnert sich der Künstler.

Die jetzige Ausstellung in der Galerie Droste ist die erste in NRW. Mit der Präsentation hat Patrick Droste einen Künstler ausgewählt, der prototypisch für das Programm des Galeristen-Pärchens ist. Der Kunst-Blog „Wide Walls“ zeichnete die Galerie Droste, die schon seit drei Jahren im westfälischen Soest aktiv ist, als eine der zehn besten in Deutschland aus, die sich mit Graffiti-Kunst befasst.

Als reiner Graffiti-Künstler möchte sich JonOne allerdings nicht mehr verstanden wissen. Er entstamme einer Generation, die in der Zeit des Kalten Krieges groß und von den Rassenunruhen und den Kampf der Black Panther um die Gleichberechtigung der Rassen geprägt wurde, sagt Perello. Seine Kindheit verbrachte er in Spanish Harlem, einem der ärmsten Stadtteile im Big Apple. Die Eltern stammen aus der Dominikanischen Republik.

Vielleicht liegt es an diesem Erbe, dass die Bilder des 53-Jährigen bunt und expressiv ausfallen. „Viele Menschen, die die Arbeiten sehen, denken, sie stammten von einem lateinamerikanischen Künstler“, sagt Perello. Seine Vorliebe für bunte Bilder hat er zudem von der Arbeit seines Vaters: Der war Dekorateur. JonOne schreibt sich oft direkt in seine Bilder auf die Leinwand ein, notiert seinen Namen in schwungvollen Buchstaben, die die Herkunft aus der Graffiti-Bewegung dokumentieren. Darüber und darunter, daneben und dahinter finden sich kreisförmige und zackige Linien, dichte Pinselstriche und breite Tupfer, die bisweilen mit Boxhandschuhen auf die Leinwand gekloppt werden.

Ein Motiv im klassischen Sinne sucht der Betrachter vergeblich. „Farben machen mich glücklich“, gesteht Perello. Er habe in Harlem in seiner Kindheit die mit Graffiti bemalten Züge gesehen. Dieser „Blitz aus Farbe“ habe ihn tief beeindruckt und geprägt.

Patrick Droste ist zuversichtlich, dass er auch mit seiner zweiten Galerie abseits der etablierten Kunstszenen Erfolg haben wird. „Ich bin immer dahin gegangen, wo kein anderer war“, sagt er. Wer ein Bild von JonOne erwerben will, sollte allerdings Geld mitbringen: Zwischen 12 000 und 60 000 Euro kosten die Arbeiten.

galeriedroste.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung