„Stille Nacht“ erfreut als Swing-Version

„Stille Nacht“ erfreut als Swing-Version

Die Formation Ufermann spielte in der Immanuelskirche.

Wupperfeld. In 59 Minuten das Publikum aus dem Stress des Vorweihnachts-Alltags entführen: Das hat sich die Jazz-Formation um Erhard Ufermann in der Immanuelskirche zum Ziel genommen — mit vollem Erfolg. Unter dem Motto „Jazz, Choral und Kulturen“ gestaltete das Ensemble ein Adventskonzert der anderen Art.

Mit unterschiedlichen Sprachen und Improvisation präsentieren die Musiker ein vielfältiges Programm, das mit Leichtigkeit beruhigt, aber zugleich zum Nachdenken anregt. Sängerin Hayat Chaoui singt auf Deutsch, Portugiesisch, Arabisch und Englisch — passend dazu werden immer wieder Passagen der Weihnachtsgeschichte auf moderne Weise beschrieben. Auch aus dem Koran wird zitiert.

Die sechs Musiker und Sängerin Chaoui erfüllen die Kirche mit lockeren Jazz-Melodien: Unter ständiger Änderung von Tempo, Lautstärke und Intensität der Musik entsteht ein beeindruckendes Zusammenspiel. Klavier, Schlagzeug, Percussions, Saxophon, Gitarre, Kontrabass und Daxaphon sorgen für abwechslungsreiche Melodien, die an Big-Band-Klänge erinnern. Chaouis klare, sanfte Stimme ergänzt diese sehr gelungen — zusammen vermitteln sie eine Botschaft, die man auch nach dem Konzert noch im Kopf behält: Frieden, Schalom, Selam.

Immer wieder sorgen Soli der einzelnen Instrumente für Begeisterung. Überhaupt sind die Musiker gut aufeinander abgestimmt. Man merkt, dass sie schon lange — mehr als 20 Jahre lang — zusammen musizieren.

Ein Markenzeichen ist eine Art Stilbruch: Einige Stücke fangen wie klassische Kirchenlieder langsam, mit hohem Gesang und Begleitung am Klavier an, um im nächsten Moment aufzubrechen und sich im gewaltigen, peppigen Zusammenspiel aller Instrumente zu entfalten.

Auch altbekannte Lieder wie „Stille Nacht“ werden — neu arrangiert und mit viel Swing — dargeboten. Die Musiker sind mit sichtlicher Leidenschaft bei der Sache. Das Publikum belohnt die Jazz-Gruppe mit langanhaltendem Applaus. „Es hat mich sehr berührt und mir viel Freude bereitet — genau das, was mir bei einem Weihnachtskonzert wichtig ist“, sagt Brigitte Schüller.

Auch Gundi Stenzel ist begeistert: „Ich habe Kirchenmusik noch nie in dieser Form gehört. Eine schöne Einstimmung auf Weihnachten, sehr lebendig.“