Spannend, kurios und aktuell: Literatur hat viele Seiten

Spannend, kurios und aktuell: Literatur hat viele Seiten

Literaturhaus: Geschichte(n), Musik und Kunstwerke: Das neue Programm zeigt, wie vielfältig der Blick auf die Dichtung sein kann.

Wuppertal. Es soll "sehr spannend" werden. Denn Anne Linsel, Vereinsvorsitzende im Literaturhaus Wuppertal, verspricht alles, was zu einer anregenden Literatur-Verarbeitung gehört: historische Themen, aktuelle Diskussionen und vorausschauende Buchvorstellungen. Ganz egal, ob es dabei um Vergangenheit oder Zukunft geht: Mit Blick auf die Gegenwart will der Verein zeigen, dass Altes neu entdeckt werden kann.

Vier Veranstaltungen locken im Herbst und Winter in das Dichter-Zentrum, das seit zehn Jahren an der Friedrich-Engels-Allee zu finden ist.

Dazu kommen zwei "Kunsthochdrei"-Abende in der Citykirche, eine Lesung bei Thalia und ein Gastspiel in der Stadthalle. Wichtig ist Linsel dabei vor allem eins: "Fast alle Veranstaltungen haben mit Wuppertal zu tun - durch den Vortragenden, das Thema, den Verleger, den Entdecker oder den Schriftsteller."

Dabei soll das druckfrische Programm mehr sein als nur eine lokale Nabelschau: Es richtet den Blick auf die Stadt und zugleich in die weite (literarische) Welt.

Die Gäste erwartet eine literarisch-politische Mischung, wie Linsel betont: "Fast alle Veranstaltungen haben politische Themen aus Vergangenheit und aktueller Gegenwart. Aber auch die Vergangenheit ist aktuell!"

Wie spannend ein Rückblick sein kann, will vor allem Henry Schneider beweisen. Der Diplom-Bibliothekar, der sich 42 Jahre lang in der Stadtbibliothek engagierte und zuletzt das Wuppertaler Autorenarchiv betreute, erzählt am 6. Oktober um 19.30 Uhr kuriose Geschichten rund um kostbare Neuerwerbungen. Zwei Wochen später ist Jörg Isringhaus zu Gast im Literaturhaus: Am 20. Oktober, 19.30 Uhr, stellt der Wuppertaler Autor an der Friedrich-Engels-Allee 83 seinen ersten historischen Roman ("Unter Mördern") vor.

Am 7. November dreht sich um 11 Uhr alles um die Gedichte des armenischen Dichters Jeghische Tscharenz (1897-1937), die im Wuppertaler Arco-Verlag erschienen sind.

Von der Lyrik zur Musik ist es dann nicht mehr allzu weit: Schriftsteller Michael Zeller wird gleich zwei Mal gefeiert. Am 18. November, 20 Uhr, liest Schauspieler Jörg Reimers bei Thalia, Schlössersgasse 3, Auszüge aus Zellers Buch "Zwischen den Fronten" - bevor sich am 14. November in der Stadthalle zeigt, was "Mandoline und Wort" verbindet. Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal und Michael Zeller reisen um 18 Uhr gemeinsam um die Welt - mit Texten und Tönen.

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