So feiert Wuppertal Else Lasker-Schüler

Jubiläumsjahr : Mit diesen Veranstaltungen feiert Wuppertal in diesem Jahr Else Lasker-Schüler

Noch im Januar beginnt die Reihe an Veranstaltungen, die Lesungen, Konzerte und mehr vorsieht.

2019 ist Else-Lasker-Schüler-Jahr. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag der Dichterin und Malerin, die die Avantgarde des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte, zum 150. Mal. Die Wuppertal ehrt die gebürtige Elberfelderin mit dem prall gefüllten Veranstaltungsprogramm „Meinwärts“. Zur Pressekonferenz hatten Kulturdezernent Matthias Nocke und Birte Frisch, Projektleiterin im Auftrag des Kulturbüros, Vertreter der zahlreichen beteiligten Vereine, Institutionen und Einzelkünstler eingeladen.

Schlüsseldatum ist der 11. Februar 2019, der Geburtstag „der größten Tochter unserer Stadt“, wie Nocke es formulierte. Doch schon im Vorfeld ist einiges los. Am Donnerstag, 24. Januar, berichtet Thomas Sparr im Glücksbuchladen vom Leben der aus Deutschland Vertriebenen in Jerusalem. ELS meets Schülerrockfestival – so heißt es am 2. Februar, wenn Jugendliche in der Uni-Halle Gedichtverse in Rap verwandeln.

Hajo Jahn, Vorsitzender der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, kündigte die offizielle Eröffnung des Jubiläumsjahrs an. Ort des Festabends am 11. Februar ist der Mendelssohn-Saal der Stadthalle, wo die Dichterin einst selbst Lesungen gab. Dann tanzt Chrystel Guillebeaud eine Hommage an das Geburtstagskind und Schauspieler performen ihre Texte.

Die Volkshochschule Wuppertal ehrt die politisch wache Autorin am 3. März mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Antisemitismus“. Von März bis September nehmen sich 30 Künstler des BBK Bergisch Land dem Multitalent an. Unter dem Motto „Else geht aus“ gibt es Ausstellungen und Rundgänge durch die Stadt. Start der Reihe ist am 29. März im Rathaus Elberfeld.

Das Von der Heydt-Museum
bringt eine Ausstellung

Ab dem 10. April ist auch die Bergische Universität mit dabei. In der Ringvorlesung des Sommersemesters wird das schriftstellerische Werk ausgeleuchtet. Neben Wuppertaler Germanisten halten Gäste aus London und Cambridge Vorträge.

Bühne frei für eine szenische Hommage heißt es am 28. Juni. Unterstützt von Studenten der Folkwang-Hochschule, vermischt Gerold Theobalt in „Prinz Jussuf von Theben“ fiktive Dialoge und dokumentarisches Material. Nach der Premiere auf Zeche Zollverein in Essen sind Gastspiele in Düsseldorf, Bochum und Jerusalem geplant. Lange nicht mehr gespielt wurde Lasker-Schülers letztes Theaterstück „IchundIch“ (1941). Im Juli ist ihre Abrechnung mit dem Hitlerfaschismus in den Riedel-Hallen zu sehen. Unter der Leitung der israelischen Regisseurin Dedi Baron treten Schauspieler der Wuppertaler Bühnen mit Tänzern und Sängern auf.

Im August und September ist Zeit für das Literaturfestival „Meinwärts schreiben“. Es nimmt seinen Anfang mit Autoren, die im Literarischen Colloquium in Berlin gemeinsam Texte verfassen. Die Ergebnisse werden in Wuppertal vorgestellt und von Lesungen im Barmer Opernhaus begleitet.

Ab dem 6. Oktober zeigt das Von der Heydt-Museum die bildende Künstlerin. Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind ihre märchenhaft-verspielten Zeichnungen, ein anderer ihre Verbindungen zu Künstlern wie Franz Marc, Paul Klee und Jankel Adler. Mit „Else“-Plakaten und -Postkarten beteiligt sich das Literaturhaus Wuppertal am Jubiläumsjahr 2019.

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