So alltäglich wie surreal: Wenn aus Träumen Kunst wird

So alltäglich wie surreal: Wenn aus Träumen Kunst wird

Neue Ausstellung bei der Bergischen Kunstgenossenschaft.

Elberfeld. „Die Bilder sind Produkte aus allem, was ich sehe oder träume.“ So beschreibt Marina Sailer ihre farbenfrohe und doch mystische Kunst. Zusammen mit ihrem Künstlerkollegen Dmitrij Dihovichnij stellt sie seit Sonntag in den Räumen der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) aus.

In relativ großem Format präsentiert die aus Weißrussland stammende Künstlerin surreale Szenen in kräftiger Farbgestaltung. Ihr „Wald See“ beispielsweise wird dominiert von einem Wald, dessen Blätter zu strahlen scheinen. Der See im Vordergrund unterstreicht dieseen Eindruck.

In der Ecke steht eine elfenhafte Gestalt, die reines Licht in ihren Händen zu halten scheint: „Licht spielt eine große Rolle in meinem Leben und in meiner Kunst“, so Sailer. Dies wird auch in einem Gemälde deutlich, das einen barocken Raum zeigt. Schwere Möbel stehen vor lichtdurchfluteten Fenstern, die von dicken Vorhängen flankiert werden. Durch den Raum tanzt eine durchscheinende Figur. Denn: „Ich erinnere mich nur an Umrisse meiner Träume.“ Und so bleiben auch die Personen verschwommen.

Dihovichnij bereichert die Ausstellung mit dem Titel „Nah liegende Ferne“ mit Skulpturen und Objekten. Darunter sind vor allem Kerzenständer — am Ende eines langen unsymmetrisch geformten Stils sind über vier Arme vier Kerzenhalter befestigt. Sie alle sehen aus wie Gesichter afrikanischer Männer.

So versucht der in Russland geborene Künstler, Alltagsgegenstände neu zu interpretieren. Einer der Kerzenständer trägt sogar brennende Kerzen. Die Gesichter, die die Kerzen halten, haben Pfeifen im Mund — gehen die Kerzen aus, so scheint der entstehende Rauch aus den Pfeifen empor zu steigen. „Die Pfeifen fangen also genau dann an zu rauchen, wenn der Kerzenleuchter in seiner Bedeutung aufhört zu existieren“, erklärt Dihovichnij.

Daneben präsentiert er eine „Vogelscheuche“: Eine lange schmale Figur hält ihre Arme ausgebreitet. Der gesenkte Kopf vermittelt den Eindruck eines Eimers. „Ich möchte dem Objekt eine neue Bedeutung geben, indem ich etwas Alltägliches in Bronze gieße.“

“ Die Ausstellung ist bis zum 3. März im Kolkmannhaus, Hofaue 55, zu sehen — jeweils samstags und sonntags von 11 bis 14 Uhr.

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