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Sinfoniker spielen in New York und Japan

Sinfoniker spielen in New York und Japan

„La porta della legge“ läuft im Juli beim bedeutenden Lincoln-Festival.

Wuppertal. Das Wuppertaler Sinfonieorchester kann die Koffer packen - und das mit Recht, Stolz und großer Vorfreude. Die städtischen Musiker zieht es in verschiedene Himmelsrichtungen: Im Juli geht es nach New York, im Oktober lockt Japan.

Dass sich die Sinfoniker auf Einsätze jenseits des "normalen" Spielplans freuen, ist die eine Sache. Dass sie im Namen der ganzen Stadt auftrumpfen können, eine ganz andere. Schließlich ziehen die Kulturbotschafter aus, um Wuppertals guten Ruf als Musikmetropole mit Pauken und Trompeten zu untermauern.

Schon vor drei Jahren löste das Wuppertaler Orchester um Toshiyuki Kamioka einen wahren Begeisterungssturm in Asien aus. Weil die damalige Tournee so erfolgreich war, wurden die Wuppertaler erneut gebucht - im Land der aufgehenden Sonne bleiben sie diesmal sogar länger als im Herbst 2007.

Bevor die Sinfoniker für zwei Wochen Kurs auf Japan nehmen, steht aber erst einmal New York auf dem Programm. "Die Einladung ist eine unglaubliche Ehre", wie Opern-Chef Johannes Weigand betont. Eigens für die Wuppertaler Oper hatte Salvatore Sciarrino das Stück "La porta della legge (Das Tor zum Gesetz)" nach Franz Kafkas Erzählung "Vor dem Gesetz" entwickelt. Die Auftragskomposition, die Weigand inszenierte, feierte im April 2009 Uraufführung. Nun wird sie vom 20. bis 22. Juli beim bedeutendsten Festival für Neue Musik in den USA vorgestellt.

Wuppertal ist damit zum ersten Mal beim Lincoln Center Festival vertreten. Wie der Kontakt zustande kam? "Durch die Verlegerin von Sciarrino", erklärt Weigand, der erst realisierte, was passierte, als ihn ein Anruf aus New York erreichte.

Der Opern-Chef erzählt es mit einem Schmunzeln, immerhin gibt es im Theaterbetrieb einen Running-Gag mit Verweis auf New York. Wenn ein Sänger vergisst, das Handy auszustellen und es just während der Probe klingelt, gibt es nur eine Entschuldigung, über die alle lachen können: "Das war New York. Die ,Met’ will mich buchen."

Diesmal war der Anruf allerdings kein Scherz, sondern eine reale Überraschung. Kein Witz ist auch, dass nur mitfahren darf, wer echtes Glück hatte: Da die Instrumente mehrfach besetzt sind, wurde gelost. Für einen Teil der 88 Sinfoniker heißt das: Die glücklichen Musiker dürfen die Koffer packen.

Während ein kleiner Theatertrupp vorausfliegt und sich um den Bühnenbild-Aufbau kümmert, kommen die Musiker und Sänger erst relativ kurz vor dem großen Tag an. Trotzdem dürfte genug Zeit bleiben, um zwischen den Proben und Auftritten die berühmte New Yorker Luft zu schnuppern.