Sinfoniker servieren Sekt, Schorle und Musikhäppchen

Sinfoniker servieren Sekt, Schorle und Musikhäppchen

Das zweite Lunch-Konzert in der Stadtsparkasse war ein Genuss für viele Sinne. Der Andrang am Mittwoch war groß.

Wuppertal. 100 Stühle mehr als beim ersten Lunch-Konzert hatte die Sparkasse aufgestellt, und auch diese reichten nicht aus. Weitere Exemplare wurden herbeigetragen, bis alle Vorräte aufgebraucht waren. „Wir haben mit 400 Stühlen alles hier stehen, was laut Versammlungsordnung erlaubt ist“, erklärte Sparkassensprecher Jürgen Harmke. Trotzdem fanden am Mittwoch längst nicht alle Gäste einen Sitzplatz, und auch die Kanapees wurden angesichts des Andrangs knapp.

Gemütlich standen Besucher mit einem Glas Sekt oder Schorle in der Hand beisammen und genossen den Teil „Lunch“, bevor nach einer halben Stunde das Konzert beginnen sollte. Vorne lief weiter das normale Kassengeschäft, und hinten im Foyer spielten Mitglieder des Sinfonieorchesters Kammermusik. Die trockene Akustik und die leichte Geräuschkulisse stellten sie vor eine Herausforderung, die sie nach einer Eingewöhnungsphase jedoch gut meisterten.

Mit munteren Worten erläuterte Querflötist Udo Mertens das Programm. „Das Quintett von Boccherini stammt von 17trallala“, erklärte er zum Amüsement des Publikums.

Neben dem Kern hartgesottener Klassik-Fans waren offensichtlich auch weniger erfahrene Musikfreunde im Publikum, die nach jedem Satz begeistert applaudierten. Udo Mertens, Liviu Neagu-Gruber (Geige), Axel Heß (Geige und Bratsche), Jens Brockmann (Bratsche) und Michael Hablitzel (Cello) revanchierten sich mit viel Spielfreude. Die fünf Musiker stellten einige interessante, weniger bekannte Werke vor — so etwa das Flötenquartett op. 10 Nr. 4 von Johann Baptist Wendling. Er war im 18. Jahrhundert Querflötist der renommierten Mannheimer Hofkapelle und Mozart schrieb seine Flötenquartette für ihn.

Das Quartett vergnügte die Zuhörer mit abwechslungsreichen Themen und hervorragender Darbietung. Nur einmal waren sich die Musiker nicht einig, ob sie eine Wiederholung spielen sollten, und mussten kurz abbrechen. Dank der humorvollen Überleitung von Udo Mertens hatten sie jedoch alle Sympathien auf ihrer Seite. Ungewöhnlich war auch die Besetzung in Beethovens Serenade mit Flöte, Violine und Viola. Die drei schön gestalteten Sätze machten Lust auf mehr — im Kammerkonzert am kommenden Montag spielen die Musiker in der Stadthalle das gesamte Stück.

Eingängig und munter klang auch der erste Satz des Quintetts von Andreas Romberg, der mit Beethoven gemeinsam in der Bonner Hofkapelle gespielt hat. Dazu gesellte sich noch das Quintett von Luigi Boccherini. „Wir sind begeistert — ein sehr gutes Catering und hervorragende Musik“, lobte etwa anschließend das Ehepaar Flasdick.

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