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Sinfoniekonzert: Ein Sonntagabend mit glänzenden Klängen

Sinfoniekonzert: Ein Sonntagabend mit glänzenden Klängen

Das Orchester der Musikhochschule und seine Solisten ernteten beim Sinfoniekonzert begeisterten Applaus.

Wuppertal. Ein Sonntag mit Sibelius, Gershwin und Mussorgski — gemeinsam mit der Volksbühne hat das Orchester der Musikhochschule zum Sinfoniekonzert in die Stadthalle eingeladen. Das Orchester spielt unter der Leitung von Herbert Görtz. Jean Sibelius’ Tondichtung „Der Schwan von Tuonela“ eröffnet das Programm. Bei diesem Stück handelt es sich um den zweiten von vier Sätzen aus der Lemminkäinen-Suite, opus 22. Der Satz mit dem Schwan ist der populärste und wird oft auch alleine gespielt.

Programmatisch liegt der Suite der Kalevala-Epos, eine finnische Nationaldichtung, zugrunde. Tuonela ist in dem Epos die Unterwelt, der Schwan eine Art Fährmann, der die Seelen der Verstorbenen geleitet. Dieses besondere Tier mit seinem Gesang wird in der Komposition durch das Englischhorn dargestellt. Solistin Ziva Lostrek spielt das Instrument mit besonders warmem, elegischem Ton. Vom Cello erklingen ebenfalls glühende Soli. Das Orchester entwickelt einen gehaltvollen Klangteppich — ein hervorragender Auftakt.

Mit George Gershwins „Rhapsody in Blue“ geht es weiter. Auch hier erweist sich das Orchester als hochmotiviert in allen Stimmen. Als Solistin am Klavier tritt Claudia Chan auf. Souverän führt sie ihren Part aus. Ihr Anschlag ist kernig, niemals wuchtig. Sie gestaltet rasante Läufe, geschmeidige Übergange und auch feine lyrische Passagen. Das Publikum spendet kräftigen Applaus.

Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ bildet daraufhin den Hauptteil des Konzertes. Das Stück ist ursprünglich für Klavier geschrieben. Die sehr beliebte Orchesterfassung hat Maurice Ravel geschaffen. Unter der aufmerksamen Leitung von Görtz setzen die Studierenden das Werk temperamentvoll und präzise um. Sie lassen die Musik von unterschiedlichen Bildern erzählen und immer wieder neue Stimmungen und Klangfarben malen. Nur gelegentlich sind kleine Ungenauigkeiten zu hören. Sehr überzeugend agieren die Blechbläser, und auch die Schlagzeuger können in diesem Stück ihr Können gut unter Beweis stellen. Begeistert applaudiert das Publikum nach einem glänzenden Konzert.