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Shakespeare zum Abschied: Der neue Spielplan der Bühnen steht

Shakespeare zum Abschied: Der neue Spielplan der Bühnen steht

Bühnen präsentieren ein rundes Programm — trotz eines gekürzten Etats.

Wuppertal. Jetzt ist er da, der neue Spielplan der Wuppertaler Bühnen und des Tanztheaters Pina Bausch. Lange war gerätselt worden, was unter den geänderten Vorzeichen — Wegfall der kleinen Spielstätte und notwendige Einsparungen im Etat — möglich sein würde. Bei der Pressekonferenz am Montag im Opernhaus sagte der scheidende Schauspielintendant Christian von Treskow: „Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir es geschafft, ein vielfältiges Programm zu schaffen.“

Die Unkenrufe bezogen sich in der Vergangenheit auf die im Sommer bevorstehende endgültige Schließung des Wuppertaler Schauspielhauses und den damit einhergehenden Wegfall der kleinen Spielstätte und die Etatkürzungen. Aber: Eine Ausweichspielstätte soll bald präsentiert werden, durch Theaterfreunde und Sparkasse kommt genug Geld für Ensemble und künstlerische Ausstattung rein, um die Etatkürzungen auszugleichen und die Oper wird etwas machen, was sie zuletzt weniger machen konnte — Musik an anderen Orten in der Stadt. „Wir haben ein im besten Sinne voll ausgelastetes Opernhaus“, sagte Opernintendant Johannes Weigand.

Seine Sparte hat in der kommenden Spielzeit ein feines Programm mit fünf Premieren vor. „Wir haben einen wunderbaren Strauß vor“, kündigte Weigand die Operette „Die Fledermaus“ für September an. Anfang Oktober folgt dann das Musical „Evita“, beide laufen bis in den Advent hinein.

Besonders können sich die Wuppertaler auf eine Welturaufführung freuen: „Der Universums-Stulp“. Für Stefan Winkler ist das die erste Opern-Produktion, Vorlage ist der gleichnamige Roman des Wuppertaler Autors Eugen Egner. Weigand kündigte sein spezielles Ensemble für neue Musik an: Der Einsatz von Dreifach-Tuben und Ventil verspreche einmalige Erlebnisse.

Daneben gibt es zwei weitere Produktionen im Opernhaus: Das Drama per musica „Alcina“ von Georg Friedrich Händel und dem zweiten Teil der Polenspielzeit mit Karol Szymanowskis „König Roger“.

Oper in der Stadt soll es in der kommenden Speilzeit dreimal geben: In der Schule mit den „Irrfahrten des Odysseus“, in der Kirche mit der Oper „Die ägyptische Maria“ und in der Firma mit der komischen Oper „Der Torero“ oder „Liebe im Akkord“.

Auch Christian von Treskow stellte ein ambitioniertes Programm für seine letzte Spielzeit vor. Neun Stücke im Gegensatz zu elf in der laufenden Spielzeit hat er vor. Speziell auch für ihn, denn mit „Maria Stuart“ wird im Oktober sein erster Schiller auf der Bühne gespielt. „Bisher habe ich von Schiller immer abstand genommen, aber jetzt bin ich ihm sehr nahe gekommen“, erklärte er. Für Kinder inszeniert Christoph Seeger-Zurmühlen im Advent „Die drei Räuber“. Mit viel Witz bekehrt ein Waisenmädchen darin drei Räuber und bringt sie dazu, ihre Beute zu spenden. Im Januar geht es mit „Oh ist das Morrisey“ (Inszenierung: Jakob Fedler) ins neue Jahr, gefolgt von „JR“ (Marcus Lobbes), eine Uraufführung nach dem Roman von William Gaddis. Die Romanfigur des jungen Mannes, der ein Vermögen verdient, um damit dann die amerikanische Wirtschaft zu ruinieren gilt als Vorlage für den Serienfiesling J.R. Ewing.

Im Haus der Jugend wird „Der Rote Baum“ mit dem Jugendclub inszeniert, außerdem „Die zertanzten Schuhe“, ein integratives Theaterprojekt in Kooperation mit dem Verein für Menschen mit Behinderung. Als Ballett ist Sergej Prokefjews „Le pas d’acier“ zu sehen, ein Tanzprojekt mit Jugendlichen aus Wuppertal (Choreografie: Josef Eder).

„Bekanntermaßen sprachlich spritzig und sehr unterhaltsam“ soll sein Abschied werden, kündigt Christian von Treskow „Viel Lärmen um nichts“ an. Die Inszenierung von William Shakespeares „Much ado about nothing“ orientiert sich an der von Max Reinhardt mit musikalischer Begleitung durch das Orchester. Die Musikbegleitung ist von Max Korngold komponiert. „Ich hoffe, dass meine letzte Spielzeit vom Publikum angenommen wird.“

Für die Aufführungen mit dem Büro für Zeit und Raum „Früher war alles besser“ und „Früher war alles aus Holz“ werden Veranstaltungsort und -zeit noch bekannt gegeben.