1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Seltene Ehre: Wuppertalerin wird in die Wüste geschickt

Seltene Ehre: Wuppertalerin wird in die Wüste geschickt

Gunda Gottschalk reist am Sonntag in die Mongolei. Beim Roaring Hooves Festival spielt die Geigerin an ungewöhnlichen Orten.

Frau Gottschalk, Sie reisen am Sonntag in die Mongolei. Wie kam es zur Einladung zum Roaring Hooves Festival?

Gunda Gottschalk: Ich hatte schon vor vielen Jahren von diesem Festival gehört und immer gedacht: Irgendwann will ich da auch mal spielen. Dann erhielt ich im vergangenen Jahr die Einladung von Festivalkurator Bernhard Wulff aus Freiburg. Dank der Unterstützung durch das NRW Kultursekretariat und des Kulturbüros der Stadt Wuppertal kann ich nun der Einladung folgen.

Gottschalk: Ich freue mich sehr auf die Wüste Gobi. Die unendliche Weite der Landschaft ist sicherlich sehr beeindruckend. Ich bin sicher, dass es meine Musik beeinflussen wird. Dann finde ich auch die Idee sehr spannend, in den Nomadenzelten, den Jurten beziehungsweise Ger, zu konzertieren. Diese Behausungen sind sehr klein und es ergibt sich eine sehr intime Atmosphäre.

Gottschalk: Für die Konzerte im Freien werden von der Festivalorganisation Mikrophone und Verstärker gestellt. Eigentlich spiele ich gar nicht so gerne draußen, weil die Geige dann nicht so gut klingt, aber in dieser besonderen Landschaft klingt es dann bestimmt trotzdem gut. Ich habe vor, Tonaufnahmen zu machen - von der Landschaft und auch von vereinzelten Instrumenten oder Sängern, deren Musik sich dann mit den anderen Geräuschen vermischt.

Gottschalk: Ich bin schon ganz gespannt darauf, etwas von der mongolischen Musiktradition, dem Obertongesang und den traditionellen Instrumenten zu erfahren. Wir werden auf der zweiwöchigen Reise auch die Gelegenheit haben, uns fachlich auszutauschen. Mich interessiert auch der Unterschied zur chinesischen Musiktradition, mit der ich mich ja schon seit längerer Zeit auseinandersetze.

Gottschalk: Am 11. September präsentiere ich im "Ort" mein neuestes Projekt "sounds of shanghai". Es ist eine Kooperation mit der chinesischen Guzheng-Virtuosin Xu Fengxia und dem Indigo Streichquartett. Xu Fengxia und ich haben eigens für diese Besetzung Stücke erarbeitet. Es wird unsere Premiere sein.