Schwarzbach-Galerie: Fröhlichkeit und Freude in „Gönüls Welt“

Schwarzbach-Galerie: Fröhlichkeit und Freude in „Gönüls Welt“

Künstlerin Gönül Sen-Menzel holt die Sonne in die Schwarzbach-Galerie.

Oberbarmen. Fröhlichkeit und Freude in die triste Jahreszeit bringen — das soll die neue Schau in der Schwarzbach-Galerie. Während es draußen grau und eisig ist, leuchten in der Galerie farbenprächtige Bilder von Gönül Sen-Menzel. „Ich bin eine Beobachterin und Sammlerin“, sagt die in der Türkei geborene Künstlerin. Sie zeigt ihre Eindrücke von Landschaften, Personen und der Natur — stets in den intensivsten Farben.

Kontrastreich ineinander gemischt entstehen Farbflächen, die dem Betrachter Raum für eigenes Erkunden lassen. Was für den einen eine Bucht ist, kann für den anderen eine Landschaft mit Feldern sein. Dabei verwendet Sen-Menzel intensives Rot, Gelb, Blau und Grün. Abstrakt erscheinen die Bilder. Und doch: „Das ist nicht abstrakt, das sind alles meine Bäume, meine Landschaften, meine Welt.“ So könnte der Titel der Schau auch nicht passender gewählt sein: „Gönüls Welt“.

Doch ist die Intention hinter den Werken keine so fröhliche: „Ich male so groß und bunt als Schrei gegen die Unterdrückung der Frauen in meinem Land.“ Als ausländische Künstlerin in Deutschland ausgestellt zu werden, ist ihr politischer Kampf. So will sie sich Gehör verschaffen.

70 Bilder sind zu diesem Zwecke vertreten. Der Grad der Abstraktheit ist unterschiedlich. Besteht die eine Landschaft nur aus groben Farbflächen, ist in der anderen ein Haus oder eine Laterne sichtbar. „Ich fotografiere mit meinen Augen“, sagt Sen-Menzel. Was sie malt, entstammt ihrer Erinnerung. Die Pinselführung ist meist grob und dynamisch. Vereinzelt scheinen Tropfen wie willkürlich über die Leinwand verteilt. Und doch geht die Künstlerin „immer mit einem Konzept ins Atelier“. Dort hört sie Musik, zurzeit Jazz, und malt zu den Bewegungen und dem Rhythmus. Eins haben alle Bilder gemein — einen Kreis: „Das ist die Sonne. Die Sonne ist Energie.“

“ Zu sehen sind die Werke bis zum 15. März in der Schwarzbach 174 — jeweils montags, mittwochs und freitags von 14 bis 19 Uhr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung