1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Schüsse im Wintergarten - Spannung im Leo-Theater

Schüsse im Wintergarten - Spannung im Leo-Theater

Das Ensemble des Leo-Theaters zeigt seinen zweiten Thriller „Ein Sommerabend im Wintergarten“.

Langerfeld. Es sollte ein netter Abend werden — Zweisamkeit im Wintergarten und ein paar Drinks, um die stressige Woche hinter sich zu lassen. Doch während Sally (Christiane Breucker) noch alles für ihren Mann Marc (Klaus Horn) vorbereitet, steht auf einmal ein fremder Mann im Garten. Man würde sich von einem Gala-Dinner kennen. Sallys Erinnerung kehrt langsam zurück.

„Ich war betrunken“, sagt sie. Aber John (Oliver Wolff) erkennt sie wieder. „Wir haben uns so manches Geheimnis anvertraut“, sagt John. Sally lässt ihn herein. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen wird. Denn im weiteren Verlauf des Abends werden Waffen gezogen und Schüsse fallen.

Allerdings beginnt so zumindest ein spannender Abend für die Gäste des neuen Stücks „Ein Sommerabend im Wintergarten“ im Leo-Theater. Damit präsentiert das Haus den zweiten Thriller, inszeniert von Racine Tewes. Der Zuschauer befindet sich dabei im Wintergarten des Paares. Darin stehen Sofa, Tisch und ein Bar-Wagen, an dem sich die Dame des Hauses reichlich bedient. Das Telefon an der Wand und der Alarmknopf sollen sich aber schon bald als funktionsuntüchtig erweisen.

Geschickt fragt John — vermeintlich wegen einer Geschäftsidee zu Besuch — seine Gastgeber über ihr Haus aus. „Soll ich ihnen einen Grundriss holen?“, scherzt Sally. Doch merken die beiden spätestens, als der Schlüssel zur Terrassentür verschwindet und John sie einsperrt, dass etwas nicht stimmt. John beginnt von seiner toten Frau zu erzählen — sie sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Stimmung kippt.

Im Laufe des Stücks ziehen sich manche Dialoge zu lang hin — dennoch birgt es einige Schrecksekunden. Die Charaktere schwanken zwischen Angst, Wut und Verzweiflung. Oliver Wolff als John verkörpert eine mysteriöse Figur voller Rätsel — so dass er nicht nur bald fragt: „Was wollen Sie eigentlich?“

Bühne: 3 von 5
Ensemble: 3 von 5
Regie: 2 von 5