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Schauspielhaus: 50 Bewerber für den Chefsessel

Schauspielhaus: 50 Bewerber für den Chefsessel

Wer übernimmt im Sommer 2014 die Schauspiel-Sparte? Am heutigen Donnerstag endete die Bewerbungsfrist. Nun beginnt das Aussieben.

Wuppertal. Rund 50 Bewerber haben ihren Namen in den Ring geworfen. Sie alle wollen Nachfolger von Christian von Treskow werden und die Schauspiel-Sparte der Wuppertaler Bühnen übernehmen. „Darunter sind sehr qualifizierte Persönlichkeiten“, wie Oliver Scheytt auf WZ-Nachfrage betont. Der 54-Jährige unterstützt die Findungskommission als externer Berater und wird die Bewerbungen nun im Einzelnen auswerten.

Oliver Scheytt

Wer am Ende das Rennen machen und die Schauspiel-Sparte ab der Saison 2014/2015 anführen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. So viel ist bereits klar: „Es gibt Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet, aber auch aus dem Ausland — aus Österreich und der Schweiz.“ Der Donnerstag war ein wichtiger Tag auf der Suche nach einer neuen Leitung: Für alle, die Interesse haben, neben Toshiyuki Kamioka zu agieren, der zeitgleich die Oper übernehmen wird, ist die Frist abgelaufen — bis zum 28. Februar konnten Bewerbungen abgegeben werden.

„Unter den Kandidaten sind Frauen und Männer aller Altersklassen. Wir haben auch eine Duo-Bewerbung erhalten“, sagt Scheytt, der sich nicht nur auf Zusendungen verlassen wollte, sondern mögliche Intendanten auch gezielt angesprochen hatte. Mit zehn Kandidaten hat er bereits Vorgespräche geführt. Weitere werden folgen, denn nun beginnt die heiße Auswahl-Phase. Die Findungskommission soll die Kandidaten so bald wie möglich kennenlernen: Die Vorstellungsgespräche finden voraussichtlich Mitte bis Ende März statt.

Auf eines verweist Scheytt schon jetzt: Wer skeptisch gewesen sei und nach dem Motto „Na ja, nach Wuppertal, wer will da noch hin?“ schwarz gesehen habe, sei eines Besseren belehrt worden. Dies zeige die Quantität, aber auch Qualität der Kandidaten. „Wuppertal steht zu seinem Schauspiel“, betont Scheytt. „Das finden die Bewerber reizvoll.“

Worauf Wert gelegt werde? „Wir halten uns beide Optionen offen“, erklärt Scheytt. „Es könnte ein regieführender Intendant werden, der seinen eigenen künstlerischen Stempel hinterlässt — oder aber jemand, beispielsweise ein Dramaturg, der sich ganz auf die Leitung und den Spielort, die neue kleine Bühne, konzentriert. Wenn man nicht Regie führt, bleibt dafür mehr Zeit.“ Beides sei denkbar. Muss der oder die Neue denn Intendantenerfahrung mitbringen? „Er oder sie sollte Erfahrung in Leitungsaufgaben haben. Es geht nicht nur um Regieerfahrung“, stellt Scheytt klar. „Es reicht nicht, ein toller Regisseur zu sein. Als Intendant muss man vor allem eine gute Führungspersönlichkeit sein.“ Zentrales Thema sei dabei auch das Theater für junge Zuschauer — ebenso wie die Zusammenarbeit mit Schulen. Und: „Es ist auch wichtig, welches Netzwerk er oder sie mitbringt.“