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Ratsbegleitkommission wurde über Projektstruktur und Vorbereitungsstand informiert.

Sitzung : Pina Bausch Zentrum: Planung nimmt Gestalt an

Ratsbegleitkommission wurde über Projektstruktur und Vorbereitungsstand informiert.

Es wird ein mächtiges und komplexes Projekt. Das noch wachsen wird, wenn erstmal die Bauphase beginnt, ist sich Johannes Slawig sicher. Und meint das Pina Bausch Zentrum (PBZ), das noch sechs, sieben Jahre brauchen wird, bis es fertiggestellt ist. Am Dienstag stellte der Stadtdirektor der Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Zentrums die Projektstruktur vor, gab über den Stand der Vorbereitungen Auskunft. Die frohe Botschaft vorweg: Alles verlaufe planmäßig, die Zuversicht sei groß, dass es im vorgegebenen Rahmen verwirklicht werde.

Gebaut wird nicht vor 2022/23, dennoch soll das PBZ auch jetzt in die Stadt wirken, soll „etwas für die Menschen zu sehen sein“, so Slawig. Stadt, Tanztheater und Foundation Pina Bausch bemühen sich deshalb um Programm, das auch das alte Schauspielhaus an der Kluse mit Leben erfüllen soll. Der Bund gibt dafür jährlich 300 000 Euro, Land und Wuppertal die gleiche Summe. 2020 jedoch erhält die Foundation 400 000 Euro vom Bund, ein Ungleichgewicht, das dazu führe, „dass die Summen noch nicht passen, noch passend gemacht werden müssen“, so Kulturdezernent Matthias Nocke. Gelder und vorzeitiger Maßnahmenbeginn für 2020/21 sind beantragt, die Bewilligung, so hofft Slawig, erfolgt in Kürze. Dem Antrag zugrunde liegen drei unterschiedliche Papiere, die von der Stadt (für das partizipative Forum Wupperbogen), vom Tanztheater und der Foundation erstellt wurden. Ungleiche Papiere, was die Ausgestaltung angeht, die deshalb auch noch synchronisiert werden müssen, so Nocke. „Es gibt einen Antrag, ein Konzept und eine Bewilligung. Die drei unterschiedlichen Konzepte wurden nur deshalb so weitergereicht, damit es schneller geht. Das wird künftig anders“, versprach Slawig.

Vier Säulen-Konzept wird
weiter entwickelt

Ebenfalls in diesem Jahr soll die Rechts- und Gesellschaftsform des Zentrums geklärt werden. Fest steht, dass Stadt und Land je zur Hälfte Gesellschafter werden. Mitte 2021 schätzte Slawig, werde die Gesellschaft gegründet werden können, diese dann auch den Anlauf des PBZ fortführen. Geklärt werden müssen dann auch die Zuständigkeiten, damit es keine Überschneidungen mit der Begleitkommission gibt.

Die künstlerische Ausgestaltung soll auf dem 2012 von Stefan Hilterhaus geschaffenen Vier Säulen-Konzept beruhen, das sich aus denvier Akteuren Tanztheater, Foundation, Forum Wupperbogen und Produktionszentrum zusammensetzt. Das Papier soll weiterentwickelt werden. Während Tanztheater, Wupperbogen und Foundation im Rahmen der Anlaufzeit schon inhaltlich-konzeptionell unterwegs sind, ruht das Thema Produktionszentrum noch, soll aber, so Nocke, alsbald angegangen werden.

Das PBZ soll überdies in die „Qualitätsoffensive Innenstadt“ eingebundnen werden, einen städtebaulichen Beitrag zur Entwicklung Elberfelds leisten. Ein Architektenwettbewerb werde angestrebt, der parallel zum Gebäude-Architektenwettbewerb ausgerichtet werden soll. Der wird gerade durch das Gebäudemanagement vorbereitet, das das Bauvorhaben bis zum Ende begleiten muss. Während der Bund die Sanierung von Schauspielhaus und Sopp’schem Pavillon finanziert, übernehmen Land und Stadt den Neubau.

Hinzu kommen weitere Hausaufgaben, die sich aus der veränderten Förderungslage bei den Betriebskosten ergeben. Die waren auf 10 Millionen Euro berechnet worden und müssen nun „angepasst“ werden, da der Bund nicht für eine Beteiligung gewonnen werden konnte (wir berichteten). Auf einem Workshop mit dem Beratungsunternehmen actori und anschließender Diskussion mit den Beteiligten soll nun ermittelt werden, wie die zur Verfügung stehenden 6,8 Millionen Euro für Personal und Programm sinnvoll eingesetzt werden können. Slawig hofft auf Ergebnisse zum Sommer.

Der Rat wiederum wird nicht nur durch die Kommission weiter eingebunden, es stehen auch weitere Entscheidungen an: etwa bei der Gründung der Gesellschaft, bei den Architekten-Wettbewerben, beim Betriebskonzept und wenn Wettbewerbsergebnisse den Kostenrahmen überschreiten – wider Erwarten.