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Wuppertaler Musikszene: Rapper „Mooon“ gibt seine Begeisterung weiter

Wuppertaler Musikszene : Rapper „Mooon“ gibt seine Begeisterung weiter

Der Wuppertaler Künstler steht nicht nur selbst auf der Bühne, sondern veranstaltet auch Konzerte und Workshops.

Der Wuppertaler Rapper „Mooon“ nimmt sich gerne selbst nicht sonderlich ernst, rappt über scheinbar zufällige Themen und nimmt seine Gegner musikalisch auf die Schippe. Als „Mooon“ ist der 28-jährige Wuppertaler bei Videobattleturnier, kurz VBT, bekannt geworden. Dabei treten zahlreiche „Battlerapper“ und solche, die es werden möchten, lyrisch gegeneinander an. Das Ziel: den Gegner mit Reimen möglichst hart zu treffen.

„Damals wollten Rapper einfach nur ein Haus und Boot, heute krieg‘n sie Rauchverbot auf ihrem Pausenhof“, rappte „Mooon“ beispielsweise bei seiner Qualifikation für die „VBT Splash Edition 2014“. Der Wuppertaler tat sich dafür mit einem Freund – dem Finalisten des Vorjahres – zusammen. Der Wettbewerb war ein Erfolg: Das Duo siegte und erkämpfte sich so einen Auftritt bei „Splash“, dem größten Rapfestival Deutschlands.

Auch wenn der dortige Auftritt des Künstlers, der seinen bürgerlichen Namen in der Öffentlichkeit geheim hält, ein Höhepunkt war, stellte er dort auch fest, dass er mit seiner Musik nicht das große Geld machen will: „Als großer Rapper ist man den ganzen Tag mit Selbstpromotion beschäftigt, das ist nichts für mich.“ Nach dem Auftritt zog er sich erst einmal zurück und ließ das VBT hinter sich. Er gehe, so erzählt er, im kleinen, lokalem Rapmilieu von Wuppertal ganz auf: Mehr als 100 Rapper in der Stadt kenne er. „Man unterhält sich mit einem und dann stellt sich heraus, dass er noch eine ganze Gruppe von Rappern kennt, von der du noch nie gehört hast“, beschreibt er. Einige Rapper haben noch nichts veröffentlicht, obwohl sie genug Material hätten. „Die machen ihr eigenes Ding und haben Spaß daran“, sagt der Rapper. In der Mauke hat er seine eigenen Veranstaltungen: „Heftig!“, eine Freestylesession, die vor allem für andere Rapper interessant ist, und „Krass!“, eine Konzertreihe mit mehreren lokalen Rappern. Die beiden Veranstaltungen wechseln sich alle paar Monate ab.

Seine Begeisterung für Rap will „Moon“ weitergeben: Seit drei Jahren bietet er Rapworkshops für Jugendliche an. Dabei will er den Nachwuchskünstlern vor allem Selbstreflexion nahe bringen. „Sie sollen aus sich selbst herauskommen. Viele schreiben über Drogen – vermutlich, weil ihre Vorbilder sich auf solche Themen fokussieren.“ Er findet aber: „Schreibt doch einfach mal was echtes, etwas, das ihr wirklich erlebt habt.“ Neben den Rapworkshops hat er auch einen Schreibworkshop für eine Flüchtlingsklasse gehalten, um deren Integration zu fördern.

Sein Musikstil hat sich derweil nicht verändert: Er rappt immer noch darüber, wie gesund Sandwiches sind oder dass man die Toilettenpapierrolle besser loslässt, wenn sie herunterfällt. Zwei Alben gibt es von ihm auf Spotify.