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Premiere: Don Quichotte in Barmen

Premiere: Don Quichotte in Barmen

Am 13. April feiert Jakob Peters-Messer Premiere: Er entwirft einen surrealen Raum.

Wuppertal. Groteskes geschieht im Opernhaus: Eine Gitarre dreht sich an der Wand, ein Mann (John In Eichen) sitzt in einer Badewanne voller Bücher, Figuren klettern durchs Fenster. Was Traum und was Wirklichkeit ist, können Zuschauer schon bald mit eigenen Augen bewerten.

Die Grenzen sind fließend, so viel ist jetzt schon sicher. Und auch das ist abzusehen: Die letzte Opern-Premiere der Saison wird auf Französisch gefeiert — mit deutschen Übertiteln. Noch proben Solisten, Sinfoniker und der Opernchor. Am 13. April wird es ernst: „Don Quichotte“ erreicht Barmen. Rund zwei Stunden wird der ritterliche Einsatz dauern. Dabei ist die Geschichte zu schön, um wahr zu sein: Don Quichotte liebt Dulcinée. Sie verlangt, dass er ihre von Banditen geraubten Juwelen zurückbringt. Doch bevor er und sein Diener Sancho Pansa auf die Räuber treffen, weckt im Morgennebel eine Windmühle als vermeintlicher Riese den Kampfgeist des Ritters.

Eine bilder- und bewegungsreiche Aufführung verspricht Jakob Peters-Messer. „Kurzweilig und abwechslungsreich“ soll sie sein — seine sechste Arbeit im Tal. Opern-Kenner erinnern sich noch gut (und gerne) an sein Wagner-Wagnis: „Der fliegende Holländer“ war ein großer Erfolg. Trotzdem oder gerade deshalb legt er „Don Quichotte“ ganz anders an. „Man sollte sich immer wieder neu erfinden. Ich habe versucht, diesmal das Gegenteil vom ,Holländer’ zu machen.“

War die Bühne zuletzt dunkel und reduziert, erwartet das Publikum nun eine weiße Kulisse mit Projektionen, wie der Regisseur in buchstäblich heller Vorfreude verrät: „Es ist ein geschlossener Raum, der sich immer wieder verwandeln kann.“ Das passe zu Jules Massenets heroischer Komödie, in der sich die Hauptfigur in ihrem Kopf eine eigene Welt erschafft. Weshalb aber wird der Fünfakter so selten auf deutschsprachigen Bühnen präsentiert? „Ich glaube, es liegt daran, dass die französische Oper hier allgemein — und Massenet ganz speziell — nicht ganz ernst genommen wird. Er gilt als romantischer, sensueller Komponist. Vielen ist er zu ,süß’.“ Was der Regisseur „sehr schade“ findet: „Die Oper ist geistreich, die Musik sehr anziehend. Es ist ein Spätwerk, das mit wenigen Strichen sehr viel sagen kann.“ Vor allem in der wohl bekanntesten Szene: „Der Kampf gegen die Windmühlen ist auch symbolisch zu verstehen. Er ist eine Anspielung auf die Bürokratie und ihre Auswüchse.“

“ Karten für die Aufführungen am 13. April sowie 18. und 22. Mai, jeweils 19.30 Uhr, gibt es im Netz unter

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