Wuppertaler Kultur: Positive Zeichen statt Resignation für das Ankerzentrum China NRW

Wuppertaler Kultur : Positive Zeichen statt Resignation für das Ankerzentrum China NRW

Kulturdezernent Nocke zur Baustelle Historisches Zentrum.

Der Schock war groß, als Anfang Mai die Baukosten für den Verbindungsbau des Historischen Zentrums in die Höhe schossen. Das als „Ankerpunkt China NRW“ bekannte Gebäude – wichtiges Bindeglied zwischen Engels-Haus, Kannegießer’sche Fabrik und Reddehase’sche Remise – steht seither auf der Kippe, die begonnenen Vorbereitungen für den Bau ruhen. Nun aber „gibt es positive Zeichen“ für Projekt und Finanzierung, wie Kulturdezernent Matthias Nocke auf Anfrage der WZ erzählt. Und daran ist das Gebäudemanagement (GMW) intensiv beteiligt.

Der 200. Geburtstag Friedrich Engels’ am 28. November 2020, steht fest, ebenso die Fertigstellung des Engels-Hauses. Nocke: „Das klappt, es wird ja mit Mitteln des Gebäudemanagements restauriert.“ Sorgenkind ist das Ankerzentrum, das mit knapp zehn Millionen Euro veranschlagt war, die zu über fünf Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium des Landes und des LVR (für die Dauerausstellung) bezuschusst werden sollten. Auf bis zu vier Millionen Euro kletterten im Mai die Mehrkosten, getrieben von der Kostenentwicklung in der Bauwirtschaft und der nach dem Starkregen des vergangenen Jahres aufgekommenen Notwendigkeit eines Regenrückhaltebeckens. Aus vier sind mittlerweile zwei Millionen Euro geworden. Außerdem, so Nocke, arbeite das Gebäudemanagement derzeit im Rahmen der Konzeption, die Grundlage des Fördermittelbescheids sei, und der zur Verfügung stehenden Finanzmittel an einer Lösung. Eine Lösung, die hausintern mit Oberbürgermeister und Stadtdirektor abgestimmt und mit den Fördermittelgebern besprochen werden müsse. Eine Lösung, die immerhin einen Rohbau zum runden Geburtstag ermöglicht.

Einige Abrissarbeiten für den Verbindungsbau sind erfolgt

Zuvörderst aber die Wiederaufnahme der Bauarbeiten, die aus dem losen Gebäudekomplex ein Ganzes mit zentralem Eingang und neuer Dauerausstellung machen sollen. Deren Einzelteile entsprechend voneinander abhängig sind. Nocke: „Kasse, Technik, Toiletten, ein zweites Treppenhaus laufen alle über den Ankerbau.“ Außerdem seien für diesen bereits der Treppenturm für die Fabrik, die Pferdetreppe zur Remise und ein Küchenanbau abgerissen worden. Insofern sei die Arbeit begonnen, ein geordnetes Ende geboten. Und so ist sich Nocke sicher, dass das Engelsjahr am Ende dazu beiträgt, „dass wir ein modernes Historisches Zentrum haben werden“.

Unabhängig davon sind Finanzierung und Veranstaltungskalender des Jubiläumsjahres auf bestem Wege. „Das Programm wird immer besser“, sagt der Kulturdezernent, weiß von unzähligen Aktivitäten und Akteuren. „Der vorherrschende Eindruck, wir hätten uns resigniert abgefunden, ist falsch.“

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