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Patrick Stanke: Die Stadt Wuppertal ist in meinem Herzen

Musicaldarsteller : „Die Stadt Wuppertal ist in meinem Herzen“

Musicaldarsteller Patrick Stanke hat ein wechselhaftes Jahr hinter sich. 2020 stehen einige Premieren an. Doch sein Zuhause bleibt Wuppertal.

Eigentlich hätte Patrick Stanke im vergangenen Jahr eine neue Rolle prägen sollen. Die des William Wallace. Jenes schottischen Nationalhelden, der vielen besser als Braveheart bekannt ist. Doch es kam anders. Nachdem die Proben und die Werbemaschinerie für das Musical „Wallace“ bereits auf Hochtouren liefen, kam der Paukenschlag. Die Betreibergesellschaft des Theater am Marientor in Duisburg (TaM) meldete Insolvenz an. Das Aus für „Wallace“. „Der Held wird zu Grabe getragen, vor seinem ersten Atemzug“, postete Patrick Stanke damals in den Sozialen Netzwerken. Die Welturaufführung des Musicals aus der Feder von Wolfgang DeMarco war geplatzt. Und damit auch ein wichtiges Engagement für den Musicaldarsteller aus Wuppertal.

Allerdings, so sagt der 40-Jährige, habe er für die Produktion in Duisburg keine anderen Auftritte abgesagt. „Natürlich habe ich mich bei der ersten Anfrage für das Musical über die Produktionsfirma informiert“, erklärt Stanke. Dabei sei er auf eine Internetseite gestoßen, die gegen die Betreiber des Theater am Marientor schwere Vorwürfe erhebt. Von Betrügereien ist dort auch heute noch die Rede. „Inwiefern das der Wahrheit entspricht, kann ich nicht beurteilen. Für mich war klar, dass ich den Job zwar annehme, aber keine anderen Produktionen dafür ablehne oder absage“, sagt Stanke. So kam es auch, dass der Wuppertaler für zwei Musicals gleichzeitig proben musste. Einerseits für „Wallace“ und andererseits für „Die drei Musketiere“ in Magdeburg. Dort steht er seit Ende 2019 als Kardinal Richelieu auf der Bühne, wird als solcher auch in diesem Jahr noch an mehreren Abenden zu sehen sein.

Eine turbulente Zeit für den zweifachen Familienvater, der gerade ein neues Haus in Wuppertal gekauft hat und nach seinen Wünschen umbauen lässt. „Wuppertal ist in meinem Herzen“, sagt Stanke. Von daher sei es für seine Frau und ihn auch niemals infrage gekommen, aus der Stadt wegzuziehen.

Die Anfragen kommen nicht
mehr nur aus dem Musical

Die Stadt sei schön, biete viel Grün, was gerade für seine Kinder ideal sei. „Hier gibt es alles, was man zum Leben braucht.“ Dazu gehöre auch die gute Anbindung, auf die der 40-Jährige für seine Projekte dringend angewiesen ist. München und Hilden sind nur zwei seiner letzten Ziele. In der bayrischen Landeshauptstadt durfte Stanke zum ersten Mal überhaupt eine Filmrolle synchronisieren – die des Munkustrap im Musicalfilm „Cats“, der mit einigen Stars besetzt ist (Taylor Swift, Judi Dench, Ian McEllen). „Oft wird bei solchen Filmen zwischen Gesangs- und Sprechpart unterschieden. Für mich war aber klar, dass ich beides machen möchte“, sagt Stanke. Und er durfte. Er selbst könne sich auch eine Film- oder Serienrolle vorstellen. „Warum denn nicht?“, fragt er. „Wenn Schauspieler Musicals machen, ist das in Ordnung – nur andersrum irgendwie nicht.“ In Deutschland müsse man sich frühzeitig entscheiden, was man machen möchte. Als Beispiel führt er Schauspieler Tom Beck an, der einst mit Stanke in München Musical studiert hat. „Er hat sich irgendwann fürs Schauspiel entschieden“, erklärt Stanke. Und darf heute trotzdem als Sänger auf Tour gehen.

Aber auch ohne Filmrolle gelingt es dem Musicaldarsteller gerade gut, seine Aufgabengebiete breiter zu fächern. Mitte Januar durfte er für die Hörspiel-Reihe „Gruselkabinett“ die Hauptrolle in „Das Auge des Panthers“ (Folge 157) in Hilden einsprechen. Sie erscheint am 28. Februar. „Gerade passiert einiges, was aufregend und spannend ist“, sagt der Künstler. Und langweilig wird es im Hause Stanke ohnehin nicht. Im Sommer wird der Wuppertaler auf dem Domplatz in Magdeburg im Musical „Rebecca“ zu sehen sein, im Winter in Lüneburg als Judas im Musical „Jesus Christ Superstar“. Und ganz nebenbei schreibt der 40-Jährige noch an einem Kindermusical, das im besten Fall im kommenden Jahr im Tic-Theater in Cronenberg aufgeführt werden soll.