Panflötenvirtuose Schlubeck spielt in der Friedhofskirche.

Interview: Die Barockmusik zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben

Interview Der gebürtige Wuppertaler Matthias Schlubeck ist ein Meister der Panflöte. Am Samstag gibt er mit „Splendor Baroque“ ein Konzert in der Friedhofskirche.

Was bedeutet Ihnen die Musik?

Matthias Schlubeck: Musik ist mein Leben.

Was bedeutet Ihnen die Panflöte?

Schlubeck: Sie leidet unter Klischees, wird oft unterschätzt. Dabei hat sie so viele Möglichkeiten in allen musikalischen Stilrichtungen. Ich spiele vor allem klassische Musik auf der Panflöte, die für mich eine größere Bandbreite an Stimmungen darstellen kann wie z.B. eine Querflöte. Ich vergleiche die Art und Weise, eine Panflöte zu spielen, gerne mit dem Gesang - ähnlich direkt und intuitiv, sehr geprägt von der Vorstellung und den Gefühlen, die man durch Musik weitertragen möchte.

Wie steht es mit Werken für Panflöte?

Schlubeck:Es gibt so gut wie keine Originalwerke älteren Datums. Es ist schade, dass man z.B. kein Originalstück von Bach spielen kann. Man ist auf das Repertoire anderer Instrumente angewiesen. So muss man sich um keine Originalbesetzung kümmern, entdeckt immer wieder Neues. Nur durch das Experimentieren hat sich die Panflöte in den letzten 50 Jahren extrem weiter entwickelt.

Sie schätzen das Spiel in wechselnden Instrumentenkombinationen.

Schlubeck: In der Kombination mit verschiedenen Instrumenten oder Ensembles kann die Panflöte immer wieder neue Seiten zeigen. Programme mit Harfe haben eher meditativen Charakter, mit Klavier tritt eine freche und folkloristische Seite hervor. Mit der Orgel wird ein großer Bereich abgedeckt - ich mag besonders die klangfarbliche Verschmelzung der beiden vom Prinzip der Tonerzeugung ähnlichen Instrumente.

Sie spielen mit „Splendor Baroque“. Wie haben Sie zueinander gefunden?

Schlubeck: Der Leiter des Ensembles, Friedemannn Eichhorn, hat mir eine Zusammenarbeit vorgeschlagen. Schon beim Gründungskonzert im Mai 2016 war ich als Solist dabei. Seither arbeiten wir regelmäßig zusammen. Unsere Tournee führt uns nun auch in die Friedhofskirche Wuppertal.

Was ist das Besondere Ihres aktuellen Projekts?

Schlubeck: Es führt alle Instrumente immer wieder anders zusammen. Neben dem berühmten Doppelkonzert für zwei Violinen von J.S. Bach und einem Konzert für 4 Violinen von Vivaldi wird die Panflöte in Doppel- und Triple-Konzerten mit Violine, Viola da Gamba oder Violoncello kombiniert. So freue ich mich auf das gemeinsame Musizieren mit der Gambistin und Echo-Klassik-Preisträgerin Hille Perl, dem Ausnahmegeiger Friedemann Eichhorn und dem hochvirtuosen Sebastian Hess am Barockcello. Ein besonderes Highlight ist das Telemann-Doppelkonzert mit zwei Panflöten. Hier spiele ich mit Nicole Andris aus Zürich.

Warum liegt Ihnen die Barockmusik besonders am Herzen?

Schlubeck: Durch meine Mutter wuchs ich mit Barockmusik auf. Mein erster Lehrer für die Panflöte war Erich zur Eck, der normalerweise Blockflöte unterrichtete, wodurch die Barockmusik großer Bestandteil meiner Ausbildung wurde. Mein Professor an der Musikhochschule Wuppertal, Manfredo Zimmermann, war Spezialist für Alte Musik. Diese Musik zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben und ich liebe sie.

Sie haben gerade die CD „Suite Pantique“ mit dem Kathedralorganisten Ignace Michiels herausgebracht.

Schlubeck: Die neue CD wurde an der großen Rieger-Orgel der Abteikirche Marienstatt im Westerwald aufgenommen. Sie enthält ein breitgefächertes Programm vom Barock über Romantik bis zu Werken unserer Zeit. Im Mittelpunkt steht John Rutters „Suite Antique“, die zum Titel der CD inspirierte. Auf Basis einer Bachsuite hat Rutter ungewöhnliche Rhythmen in den Tanzsätzen geschaffen. Viele Passagen erinnern zudem an große Filmmusik. Weiterer Publikumsliebling ist das „Cantabile for You“.