Orchester: Mehr als 30 Bewerbungen für die Nachfolge Kamiokas

Orchester: Mehr als 30 Bewerbungen für die Nachfolge Kamiokas

Mit Hilfe aus Mannheim und Köln will Wuppertal einen würdigen Nachfolger für Toshiyuki Kamioka finden.

Wuppertal. Der Maestro geht, es lebe sein Nachfolger. Aber wer wird das sein? Wer darf Toshiyuki Kamioka als Generalmusikdirektor (GMD) beerben? Der Aufsichtsrat der Bühnen und Sinfonieorchester GmbH (WBS) begibt sich in diesen Tagen auf die Suche. Bis Samstag nächster Woche läuft die Bewerbungsfrist. Der Posteingangskorb bei den Bühnen ist aber auch jetzt schon gut gefüllt. Wir rechnen letztlich mit mehr als 30 Interessenten“, sagt Enno Schaarwächter, der Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen.

Das eigentliche Auswahlverfahren beginnt im Februar. Um aus der Vielzahl von Bewerbungen die herauszusuchen, die zu Wuppertal und seinem A-Orchester passen, versichern sich die Bühnen GmbH und die Vertretung des Orchesters prominenter Hilfe von außen. So wird der Intendant der Mannheimer Nationaloper, Prof. Klaus-Peter Kehr, die Wuppertaler ebenso beraten, wie Werner Wittersheim vom Westdeutschen Rundfunk. Er war bis 2002 Geschäftsführer der Stadthallen GmbH und ist heute Leiter Klassische Musik beim WDR. Komplettiert wird die Expertenriege von Lutz-Werner Hesse, dem Leiter der hiesigen Musikhochschule.

Außerdem sind Peter Vaupel, ehemaliger Sparkassenvorstand und nun Vorsitzender der Freunde und Förderer der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters, sowie Till Söling vom Trägerverein Immanuelskirche um ihre Expertise gebeten worden.

Der Zeitplan sieht vor, dass im Laufe des Jahres 2015 die aussichtsreichsten Kandidaten zu Probedirigaten vor Publikum zunächst im Orchestergraben des Opernhauses und dann auf dem Dirigentenpult in der Stadthalle eingeladen werden. Anfang nächsten Jahres soll feststehen, wer dem abwanderungswilligen Toshiyuki Kamioka als GMD folgt.

Der ehemalige SPD-Fraktionschef im Stadtrat und heutige Kulturförderer Eberhard Robke ist optimistisch. „Es gibt sehr gute Dirigenten, die sich um eine Stelle wie die in Wuppertal reißen“, sagt er.

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