Olé — heiße spanische Rhythmen und ein leicht träger Moderator

Olé — heiße spanische Rhythmen und ein leicht träger Moderator

Die Sinfoniker spielen Werke von Debussy und de Falla.

Wuppertal. Die Hitze draußen passt zum spanischen Thema „Olé“ des Familienkonzertes in der Stadthalle, und zu Beginn scheinen Zuschauer und Moderator Klaus Brettschneider noch etwas schläfrig. Rhythmus klopfen und „Olé“ rufen sollen Kinder und Erwachsene, doch nur leise antwortet das diesmal eher kleine Publikum auf die mäßig engagierte Aufforderung Brettschneiders.

Farbige und sehr bildliche Musik mit vielen Nuancen und teilweise wenig bekannte Stücken von Manuel de Falla und Claude Debussy führt das engagierte Sinfonieorchester unter der Leitung von Jens Georg Bachmann vor. Dazu tanzen auf der Großleinwand hoch über den Musikern bunte Flecken und Strukturen, um die kleinen Zuhörer bei der Stange zu halten.

Natürlich darf das berühmte Carmen-Thema „Auf in den Kampf Torero“ nicht fehlen. Die Zuhörer sollen gemeinsam mit Brettschneider singen — doch sowohl der Moderator als auch die Gäste haben Mühe mit der sehr hoch gehenden Melodie. Auch als Mitmach-Stück stößt das Torero-Lied auf wenig Resonanz: Während sonst immer eine größere Gruppe Kinder die Bühne erklimmt, wagen sich heute eine einsame Blockflöte und zwei Querflötistinnen aufs Podium, um die Melodie gemeinsam mit den Profis zu spielen.

Zwischendurch stellt der Moderator zwei typisch spanische Instrumente im Orchester vor: Schlagzeuger Benedikt Clemens zeigt seine Orchester-Kastagnetten, die auf ein Holz montiert sind, und im Gegensatz dazu die Kastagnetten der Tänzerinnen, die über die Finger gestreift werden und komplizierter zu bedienen sind. Und auch das Schellentamburin werde oft in der spanischen Musik verwendet, erklärt Brettschneider. „Häufig werden damit kleine Dreiergruppen gespielt, ein typisch spanischer Rhythmus mit Triolen.“

Nach gut einer Stunde sind die Stimmen gemischt: Den einen hat die spanische Musik gut gefallen, den anderen fehlt die Abwechslung vergangener Familienkonzerte. Die anschließend verteilten Gasluftballons des Sinfonieorchesters hingegen finden einhelligen begeisterten Anklang.

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