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„Oedipus Rex“-Premiere auf einer Schicht aus Pitch Pine 

Reparaturen : „Oedipus Rex“-Premiere auf einer Schicht aus Pitch Pine

Die Oper Wuppertal bekommt diesen Sommer einen neuen Bühnenboden. Der Probenbeginn Ende August setzt enge Frist.

Der 15. September 2019 ist ein besonderer Tag für die Wuppertaler Oper: „Oedipus Rex“ von Igor Strawinsky feiert Premiere und eröffnet die neue Spielzeit. Damit der Plan auch aufgeht, müssen sich jetzt andere mächtig ins Zeug legen: Mitarbeiter des Gebäudemanagements Wuppertal (GMW) nutzen die Sommerpause, um den Bühnenboden zu erneuern. Seit vergangener Woche ist dort, wo Künstler im Rampenlicht stehen, der Unterboden großflächig freigelegt. „Wir müssen zum Probenbeginn, also spätestens zum 26./28. August, fertig sein“, steckt Gordana Timpert-Primorac den Zeitrahmen fest. Die Architektin hat für das GMW die Bauleitung übernommen.

Am Tag, nachdem „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart die Spielzeit 2018/19 beendet hatte, rückten sie an: Mitarbeiter vom GMW räumten die 460 Quadratmeter der Haupt- und Vorbühne frei. „Da mussten die Kulissen ins Opernmagazin gebracht werden, Scheinwerfer, Lautsprecher und die Bestuhlung mit Planen eingebpackt werden“, erklärt Produktmanagerin Andrea Nickl, die sich beim GMW um die Kulturgebäude der Stadt kümmert. Gemeinsam mit sechs angereisten Arbeitern einer spezialisierten Bühnenbaufirma aus Baden-Württemberg wurde sodann der Boden aus Oregon Pine (Douglaskiefer)-Vollholz herausgerissen. Der rührte noch aus der Zeit der Opernsanierung (2006 bis 2009) und war mittlerweile kräftig abgenutzt worden. Nicht betroffen ist die naturgemäß weniger beanspruchte Hinterbühne.

Holzbretter aus drei Schichten statt Vollholzplatten

Anschließend werden die neuen Bühnenbretter verlegt. Die 1,20 mal 3 Meter großen Bretter bestehen diesmal aus drei Schichten, aus Pitch Pine (Pechkiefer), Multiplex und Fichte. Man habe lange recherchiert, welches Holz man nehme, erklärt Nickl. Weil bestimmte Holzarten unter Schutz stehen, weil eine hohe Strapazierfähigkeit wichtig ist, weil künftig bei kleineren Schäden nicht der ganze Boden herausgerissen, sondern nur eine Schicht abgetragen werden soll. All das im Sinne eines nachhaltigen Vorgehens. Ein Jahr der Planung ging den Arbeiten voraus, die im GMW-Wirtschaftsplan mit 210 000 Euro veranschlagt sind. Eine Planung, die man in enger Absprache mit den Wuppertaler Bühnen durchgeführt habe, betont Nickl.Und die am Ende vom Tüv abgenommen werden muss.

Die neuen Bretter werden auf dem Unterboden verschraubt und mit Nut und Feder verbunden, erklärt Architektin Timpert-Primorac das weitere Vorgehen. Die Podienbereiche werden überdies mit Kränzen aus Blech versehen, um Stolperfallen zu vermeiden.

Danach folgen mehrere Durchgänge des Schleifens und Schwärzens. Die ausgewählte Farbe ist nicht nur strapazierfähig, sondern wasserlöslich. Außerdem wird die Rampe zum Magazin niedriger gelegt, was weitere Estrich- und Stahlarbeiten bedeutet, aber den künftigen Transport der Bühnenbildelemente erleichtern soll. Eine Herausforderung stellt die Vorderbühne mit ihren vielen Radien dar.

Die beiden Frauen sind zwar zuversichtlich, dass die Arbeiten rechtzeitig fertig werden, aber „Überraschungen sind natürlich immer möglich“, räumt Nickl ein und meint damit vor allem personelle Engpässe.

Zu den eher normalen Reparaturen, die derzeit erledigt werden, zählen dagegen die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der Bühnen-, Lüftungs- und Sicherheitstechnik, der Austausch von Verschleißteilen wie Seilzügen. Außerdem, so Nickl, stehen Malerarbeiten an, die Gastronomie bekommt einen neuen Herd, das Dach neue Bitumenschindeln, die Feuerwehr eine größere Stellfläche im Innenhof vor dem Konzerthaus.

Kleinere Verschönerungsarbeiten betreffen auch die Stadthalle: Das Restaurant Rossini erhält neues Parkett – die Restaurierung der bröckeligen Außenfassade wurde mit Rücksicht auf das Engelsjahr verschoben. Auch das Theater am Engelsgarten ruht im Sommer: Der neue Zugang von der Wittensteinstraße bleibt geschlossen, da die derzeit ruhenden Arbeiten am Historischen Zentrum keine Schließung des Zugangs über den Hof erfordern.