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Neues Betriebskonzept für Pina Bausch Zentrum nimmt nächste Hürde

Pina Bausch Zentrum : Betriebskonzept steht, Inhalt kommt später

Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Projektes Pina Bausch Zentrums befasste sich mit angepasstem Betriebskonzept.

Mit großer Mehrheit (einer Nein-Stimme und einer Enthaltung) hat die Ratskommission  dem überarbeiteten Betriebskonzept des künftigen Pina Bausch Zentrums zugestimmt. Was einerseits dem Wunsch der Verwaltung entsprach, andererseits eigene Bedenken   hintanstellte. Knackpunkt: Das inhaltliche Konzept steht weiterhin aus, könnte aber durch das Betriebskonzept  vorbestimmt werden.

Zum Hintergrund:  Nachdem der Bund wider aller Hoffnungen  nicht in die laufenden Betriebskosten des Zentrums eingestiegen ist, beschloss der Rat im Dezember 2019 das Betriebskonzept  überarbeiten zu lassen und dem reduzierten Finanzrahmen anzupassen. Heißt: Statt 10,4 Millionen Euro, stehen  nur 6,8 Millionen Euro zur Verfügung, die sich Land und Stadt teilen. Damit in Einklang gebracht werden sollte auch das inhaltliche Konzept. Der Ratskommission lag an diesem Dienstag  aber nur das Betriebskonzept vor, das „erster Schritt und nötige Basis für das Betreibermodell sein soll“, so Stadtdirektor Johannes Slawig. Das inhaltliche Konzept werde derzeit noch in Absprache mit dem Land, dem Tanztheater und der Pina Bausch Foundation erstellt. „Das Betriebskonzept ist nur der betriebswirtschaftliche Rahmen und trifft keine inhaltliche Bestimmung“, versprach Slawig.

Er konnte damit aber nicht alle überzeugen So tat sich Erhard Buntrock (CDU) „schwer, der Beschlussvorlage ohne inhaltliches Konzept zuzustimmen“, erschien Bernhard Sander (Die Linke) das Betriebskonzept „zu windig, zumal es Präjudiz für Inhalte schafft“. Er kritisierte das langsame Tempo der Konzepterarbeitung und wollte  erst abstimmen, wenn auch inhaltliche Klarheit bestünde.

Was Slawig nicht auf sich sitzen lassen wollte. Zum einen gebe es ja das Hilterhaus-Konzept von 2012, das Basis für die inhaltliche Ausgestaltung sei. Zum anderen sei die Stadt auf ihre Partner angewiesen, die eigene Idee mitbrächten. Allen voran das Land, das schließlich Mitgesellschafter werden solle. Mit dem habe man sich auch geeinigt, ein oder zwei Personen mit der inhaltlichen Entwicklung zu betrauen.  Slawig sagte zu, in den nächsten 14 Tagen einen Fahrplan für das weitere Vorgehen vorzulegen. Im Herbst solle dann über das inhaltliche Konzept gesprochen, dabei auch die freie Szene eingebunden werden.

Was Wasser auf die Mühlen von Olaf Reitz war, der freischaffender Künstler und sachkundiger Einwohner in der Ratskommission  ist: „Es ist dringend, dass auch mit den Protagonisten und nicht nur mit Tanztheater und Foundation gesprochen wird.“ Kritik übte er auch am Betriebskonzept, das  von „sehr optimistischen“ Zahlen ausgehe. Zirka 80 000 eingeplante zusätzliche Besucher würden wohl „einen Verdrängungskampf im Tal auslösen“, lautete seine Befürchtung. Sein Angebot: „Wir laden den Lenkungskreis ein, mit uns über die Zahlen zu sprechen.“ Die sorgen Kulturdezernent Matthias Nocke weniger. Er sieht stattdessen einen Engpass im Bereich der Räumlichkeiten, die derzeit auf die Oper beschränkt sind. Weshalb die  Spielstätte Schauspielhaus bedeutsam sei. Dessen Foyerbereich soll überdies vor den dort geplanten Umbauarbeiten, die 2023 beginnen sollen, wieder genutzt werden.