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Wuppertaler Oper: Neue Intendant Schneider eröffnet Spielzeit mit Doppelpremiere

Wuppertaler Oper : Neue Intendant Schneider eröffnet Spielzeit mit Doppelpremiere

Das Motto - „Die Oper des 21. Jahrhunderts“.

Wuppertal. Motto der Spielzeit: „Wir machen Oper vor der Lebensrealität des 21. Jahrhunderts. Was draußen passiert, hat etwas damit zu tun, was wir drinnen spielen.“

Wer ist neu: Schneider stellt ein neues internationales Opern-Ensemble mit zunächst sechs Sängern auf, fünf weitere werden als Gäste assoziiert. Fest engagiert sind die Sopranistin Ralitsa Ralinova, der Mezzosopran Catriona Morison, die Tenöre Mark Bowman- Hester und Sangmin Jeon, der Bass Sebastian Campione und der Bariton Simon Stricker.

Highlights: Schneider eröffnet die Spielzeit mit einem Überraschungs-Knaller und zwei Premieren hintereinander. Am 17. September steigt er mit der Video-Oper „Three Tales“ von Beryl Korot und Steve Reich ein, bei der das Publikum mit auf der Bühne sitzt. Das Werk werde erstmals ins Repertoire eines Stadttheaters übernommen, sagte Schneider, bisher habe man es wegen der gesanglichen und technischen Anforderungen nur bei Festivals gezeigt.

Einen Tag später, am 18. September, gibt es laut Schneider „großes Kino“, dann hat Offenbachs fantastische Oper „Hoffmanns Erzählungen“ Premiere. Vier Regisseure werden je einen Akt inszenieren, schließlich sei ja auch die Oper nicht aus einem Guss, sondern aus verschiedenen Fragmenten zusammengesetzt.

„Die Rocky Horror Show“ dürfte ein Kassenschlager werden. Schneider übernimmt das Musical aus Saarbrücken, das er in seiner Zeit als Operndirektor dort produziert hat. Wie bei allen anderen Inszenierungen geht er mit Extra-Aktionen aufs Publikum zu: Hier möchte er ein Time Wharp-Ensemble gründen, das auf der Bühne mittanzt. Extras: 170 Grundschüler werden Igor Strawinskys Ballett „Pulcinella“ für die Bühne gestalten. Die einzelnen Teile erarbeiten sie mit Künstlern im Rahmen der Initiative „Kultur am Vormittag“.

Gesamteindruck: Der neue Intendant setzt auf frisch eingekleidete Klassiker wie Verdis „Rigoletto“ und Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen“, aber ebenso auf Zeitgenössisches wie Helmut Oehrings „Aschemond“. Diese Oper, in der Purcells Barockmusik auf Oehringers Kompositionen trifft, wurde erst 2013 in Berlin uraufgeführt.

Zahlen: Dank der Rückkehr zum Repertoire-System kann der neue Opernintendant mehr Produktionen und mehr Vorstellungen ankündigen als Toshiyuki Kamioka in seinen beiden Spielzeiten. Der künstlerische Etat bleibt jedoch unverändert bei 1,87 Millionen Euro im Jahr. Die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst von aktuell 4,75 Prozent gehen nicht zulasten von Schneiders Etat, sondern werden laut Bühnen-Geschäftsführer Enno Schaarwächter „zunächst aus den Rücklagen bezahlt“. Die reichen aber maximal drei Jahre.

Preise: Einzelne Eintrittskarten für die Oper bleiben im Preis gleich, fürs Theater werden sie im Schnitt zwei Euro teurer. Die Preise für Opern-Abos steigen, beinhalten aber auch eine Vorstellung mehr. Die Theater-Abos werden zwischen 6 und 14 Euro teurer. Die Kartenpreise fürs Sinfonieorchester bleiben stabil.