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Neue Ausstellung in der Wuppertaler Hengesbach Gallery

Werke von Ulrich Wellmann : „Das Lachen der Malerei“: Aquarelle und Glasfenster im Dialog

„Das Lachen der Malerei“: Im Erdgeschoss der Galerie ist das Thema in gut 20 Variationen zu sehen.

Eng nebeneinander verlaufende, dichte Bündel von Buntstiftlinien – wer die neue Ausstellung in der Hengesbach Gallery besucht, hat diesen Bildeindruck immer wieder vor sich. Die Linien, die wie durch Schwerkraft nach unten gebogen sind, laden zu Assoziationen ein. Sind es umgekehrte Regenbogen? Oder doch eher Boote auf hoher See? Der Ausstellungstitel „Leichter Wellengang“ deutet jedenfalls in diese Richtung.

Ulrich Wellmann, Schöpfer der Linien-Bilder, sieht in ihnen vor allem eine Form, die Heiterkeit und Freude zum Ausdruck bringt. Darum hat er seiner Serie von Zeichnungen die Überschrift „Das Lachen der Malerei“ gegeben. Im Erdgeschoss der Galerie ist das Thema in gut 20 Variationen zu sehen. Von Bild zu Bild – je nachdem welche Farben zusammenwirken – ändert sich der Ausdruck deutlich. Die Linienbündel werden zum Teil mit gegenläufigen Figuren kombiniert. Manchmal lugen sie hell leuchtend aus dem Bildhintergrund hervor.

Das Starke, Kräftige hat
genauso Platz wie das Feine, Klare

Ein überzeugter Fan von Wellmanns jüngsten Kompositionen ist der Galerist. Darin habe das „Starke, Kräftige“, sagt Rolf Hengesbach, ebenso Platz wie das „Feine und Klare“. Der Ausdruck hänge davon ab, wie schräg oder steil der Stift gehalten werde, ob er angespitzt oder schon abgerieben sei. Für Hengesbach sind die Linienbündel mit den konzentrierten Endpunkten sogar Sinnbilder für die „Situiertheit unseres Menschseins“. Denn nicht nur der Mund, auch Wahrnehmungsorgane wie Augen und Ohren seien ja „dual organisiert“.

Als Wellmann sich im vergangenen Jahr mit den Ausdrucksformen der Linie beschäftigte, dachte er noch nicht an das Lachen als übergreifendes Thema. „Es ist aus dem Prozess heraus entstanden und hat sich dann stabilisiert“, erklärt der in Köln lebende Künstler. Und erinnert sich daran, wie viel Spaß ihm die Arbeit in seinem stillen Hinterhofatelier gemacht habe.

Anfangs war das Medium seiner Wahl noch nicht die Zeichnung, sondern das Aquarell. Während beim Zeichnen die Strichführung leicht und kontrollierbar ist, ergibt sich beim Malen auf angefeuchtetem Papier nur eine beschränkte Kontrolle darüber, wohin die aufgetragene Farbe gelenkt wird und welche Konturen durch die Spur des Pinsels entstehen. Einen Eindruck davon können sich Besucher verschaffen, wenn sie ins Obergeschoss hinaufgehen.

Im Treppenhaus treten Aquarell und mehrfarbige Glasfenster in einen Dialog. Weitere Arbeiten sind im Wohnzimmer aufgehängt. Hier ist die Linienführung mit „Flecken“ auf dem Papier aufgelockert worden. Der Künstler spricht vom „Selbst-Ausdruck der Wasserfarbe“.

Ulrich Wellmanns Ausstellung „Leichter Wellengang“ ist bis zum 28. Mai in der Hengesbach Gallery, Vogelsangstraße 20, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 14-18 Uhr, und nach Vereinbarung unter Telefon 0202/753532.