Musiksommer für junge Talente

Musiksommer für junge Talente

Orgelwettbewerb, Kulturpreis und Meisterkurse: Stadthalle und Musikhochschule versprechen internationales Niveau.

Wuppertal. In Zeiten, in denen die Kulturlandschaft in Wuppertal von Erdbeben, dunklen Wolken und Spardiskussionen erschüttert wird, gibt es auch noch gute Nachrichten und Licht am Horizont: Ein neuer Jugendkulturpreis soll dem musikalischen Nachwuchs den Weg ins Profigeschäft ebnen. Die Schuler-Stiftung macht’s möglich.

Die Nachricht, dass das Projekt mit dem Schuler-Preis 2010 ausgezeichnet wird und damit überhaupt erst umgesetzt werden kann, ist so frisch, dass es noch gar keine Ausschreibung in Broschürenform gibt. Fest steht aber bereits dies: Schüler, die überlegen, sich an einer Musikhochschule einzuschreiben, können ihr Talent beweisen, im Mai im Mendelssohn Saal vorspielen und so einen Platz bei den Internationalen Meisterkurs gewinnen, die im Rahmen des Wuppertaler Musiksommers vom 23. bis zum 29.August in der Stadthalle über die Bühne gehen.

Die Meisterkurse sind nicht nur ein ideales Sprungbrett für Schüler, die in die Profiwelt hineinschnuppern möchten. Sie sind vor allem auch eine perfekte Gelegenheit für Studenten, die ihre Visitenkarten abgeben und sich bei Hochschul-Dozenten empfehlen können.

"Normalerweise richten sich Meisterkurse an eine sehr spezielle Zielgruppe", sagt Lutz-Werner Hesse. Der Chef der Musikhochschule freut sich umso mehr, dass in Wuppertal auch junge Talente, die noch keinen Studentenausweis besitzen, die Chance haben, "Hochschul-Niveau kennen zu lernen". Hesse hofft, dass die Kooperation mit der Stadthalle eine klangvolle Premiere feiert: "Es wird eine Art Pilotprojekt."

Mindestens genauso gespannt wie auf die Meisterkurse, die Dozenten in der Musikhochschule anbieten, ist Stadthallen-Chef Holger Kruppe auf den Internationalen Orgelwettbewerb, der in "seinem" Haus Maßstäbe setzen soll. Auch Winfried Bönig ist schon gespannt: "Es gibt viele Orgelwettbewerbe, aber nur wenige, die an einem solchen Ort stattfinden. Meistens wird in Kirchen gespielt.

Das Ambiente und der Raum in der Stadthalle ermöglichen ein ganz anderes Konzertprogramm", schwärmt Bönig, der in Köln Domorganist und in Wuppertal Juryvorsitzender ist. Zusammen mit Dame Gillian Weir (London) und Massimo Nosetti (Turin) hält er im August die Daumen nach oben oder unten. Dabei lohnt sich der Einsatz an der Sauer-Orgel nicht nur finanziell, wie Kruppe betont: "Wichtiger als das Preisgeld sind die Konzert-Engagements, die wir den Gewinnern vermitteln."

Mehr von Westdeutsche Zeitung