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Musik: Wechsel in der Mandolinen-Hochburg

Musik: Wechsel in der Mandolinen-Hochburg

Die einzige Mandolinen-Professorin Deutschlands lebt und musiziert in Wuppertal.

Wuppertal. Jetzt heißt es erst einmal umplanen. Bisher tourte Caterina Lichtenberg mit ihrem Duo-Partner Mirko Schrader, dem Trio Delicado, dem Duo Galante oder dem Quartetto MaGiCo durch die Welt, gab zuletzt Konzerte in Japan und saß in Griechenland in einer Jury.

Nun wurde die 38-Jährige zur einzigen Mandolinen-Professorin Deutschlands ernannt. Sie übernimmt damit den Lehrstuhl von Marga Wilden-Hüsgen an der Wuppertaler Abteilung der Musikhochschule Köln. Schon im Sommersemester hatte sie übergangsweise die Studenten unterrichtet. Bis zum Herbst jedoch musste sie zittern, ob sie die Professur gegen drei Mitbewerber erhalten würde.

Dabei war von Anfang an klar, dass die Mandoline ihr Instrument ist: "In der zweiten Unterrichtsstunde habe ich zu meiner Lehrerin gesagt, dass ich das professionell betreiben möchte." Der Weg vom zielgerichteten Musikschulunterricht in Magdeburg mit den Zweitfächern Gitarre und Klavier führte direkt zum Studium und zu erfolgreich absolvierten Wettbewerben. Doch kaum hatte Lichtenberg in Magdeburg ihr Musikstudium angefangen, fiel die Mauer: "Ich habe sofort meinen Koffer gepackt und bin am 9. November 1989 nach Wuppertal gekommen." Sie besuchte erst ihren Bruder, der kurz zuvor geflohen war, und meldete sich noch in der gleichen Woche bei Marga Wilden-Hüsgen, von der sie gehört hatte. "Dann fing sofort der Unterricht an."

Und sie staunte, dass selbst die Italiener nach Wuppertal kamen, in die Hochburg der Mandoline. Hier entdeckte sie, dass es neben der damals häufig gespielten Geigenliteratur reizvolle Originalstücke für Mandoline gibt: "Selbst Beethoven hat für Mandoline geschrieben."

Gerade die Beschäftigung mit unterschiedlichen Stilrichtungen und ihren jeweiligen Spielweisen, der Wechsel zwischen der neapolitanischen Mandoline und der kleineren, mit einem Federkiel gespielten Barockmandoline reizt die Professorin. "Auch die Öffnung für andere Stilistiken und Fächer ist mir sehr wichtig."

Also ist es nur folgerichtig, dass die lebhafte Musikerin bei Jazz-Festivals Kurse gibt und mit Kollegen anderer Sparten musiziert. Gleichzeitig will sie für ihren didaktischen Unterricht nicht die Bodenhaftung verlieren. An der Bergischen Musikschule hat sie noch vier Schüler, um ihren Studenten das Unterrichten lebensnah beibringen zu können.

Ihre neue Heimatstadt Wuppertal ist ihr ans Herz gewachsen: "Kulturell ist hier viel los, es ist sehr facettenreich." In Zukunft wird sie wohl noch mehr Zeit im Tal verbringen, um sich voll und ganz ihren Studenten zu widmen. Eine Einladung nach Brasilien hat sie dafür bereits abgesagt.