Moderne Fotografie in der Backstubengalerie

Moderne Fotografie in der Backstubengalerie

Wuppertal. Neun Künstler, ein Thema: Die Backstubengalerie zeigt eine Gruppenausstellung mit dem Titel "Der nackte Mensch". Kuratorin Heidrun Monsma hat unterschiedliche Positionen der modernen Fotografie zusammengestellt und unter dem Namen Rune Speck auch eigene Werke beigetragen.

So entstand eine spannende, facettenreiche Schau mit aktuellen Bildern zu einem klassischen, zeitlosen Thema der Kunst.

Beim Eintreten in die Galerie fallen die farbigen Fotografien von Alinka auf. Die junge Düsseldorferin inszeniert sich in ihren Werken selbst. Mithilfe von Collagentechnik setzt sie sich mehrfach ins Bild und kombiniert die Präsenz von nackter jugendlicher Schönheit mit Symbolen der Vergänglichkeit. Teddybär, Sektflasche, Spielkarten, Geldscheine, Uhr, Spiegel, Totenkopf - es sind Dinge, die von Glück, Genuss, Reichtum, aber auch von Verfall und Tod künden.

Reiner Weidmann zeigt im Vorderraum Digitalfotografien, auf denen er Frauenporträts in farbiger Unschärfe verschleiert. Ihm geht es offenbar um eine Andeutung von Stimmung und Wesensart. Geerd Moritz benutzt als Vorlage Werke von bekannten Fotografen wie Helmut Newton oder Man Ray. "Meisterwerke verbessern" - so lautet der ironische Titel der Serie. Moritz fotografiert die weibliche Brust als Detail aus den Vorlagen ab und verreißt die Kamera dabei. Damit erzielt er Unschärfe und weiche Konturen. "Durch den diffusen Schleier auf den Bildern erhalten sie größere Intimität. So kommt man der Sinnlichkeit näher", erläutert der Wuppertaler.

Renate Löbbecke hat transparente Folien belichtet, von denen sie mehrere hintereinander aufhängt. Nackte Körper im Ganzen und im Detail sind darauf zu sehen. Die Motive überlagern sich, und so entstehen faszinierende dreidimensionale Objekte, die durch den Luftzug auch leicht bewegt werden. Die Kuratorin zeigt alias Rune Speck Nacktporträts in Landschaft und Innenraum. Menschen verschiedenen Alters sind prosaisch, zurückhaltend und feinsinnig in Szene gesetzt.

Einen interessanten Beitrag liefert auch der Wuppertaler Student Rolf Ebertowski. Auf Bildern in Schwarz-Weiß zeigt er nackte Körper. Deren Gesichter sind meistens nicht zu sehen und doch werden Gefühlszustände durch Gesten und Haltungen deutlich. In klassischen Aktfotografien nutzt Sebastian Magosch das Spiel von Licht und Schatten, um makellose Schönheit zu inszenieren. Sarah Müller zeigt großformatige Abbildungen des weiblichen Geschlechts. Schamhaare und Scheide erscheinen nüchtern und klar - wie von marmorner Kühle. Als Kontrapunkt zu Fotografien ergänzen zudem Skulpturen von Cornelia Martin Garcia die reichhaltige Schau.