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Miriam Rösch: Abenteuer auf der Bühne

Miriam Rösch: Abenteuer auf der Bühne

Zuwachs im Schauspielhaus: Die Theaterpädagogin betreut Lehrer und Schüler.

Wuppertal. Geschützt ist die Berufsbezeichnung "Theaterpädagoge" nicht. Jeder, der sich darum bemüht, die Kunstform Theater als lebendigen Prozess transparent und erfahrbar zu machen, darf sich so nennen.

Miriam Rösch, gebürtige Herdeckerin, ist Theaterpädagogin an den Wuppertaler Bühnen. Sie hat "Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis" in Hildesheim mit dem Schwerpunkt "Theaterpädagogik" studiert. Zusammen mit Markus Höller will sie junges Publikum ins Theater locken.

"Er betreut die langfristigen Projekte wie zum Beispiel den Jugendclub, ich widme mich eher der Breitenarbeit", beschreibt Rösch ihre Tätigkeit. So bietet sie auch Workshops zu bestimmten Stücken an. Solch ein Workshop beginnt mit Aufwärmübungen und Ausprobieren. Es soll nichts Perfektes entstehen.

Die Kinder lernen vielleicht, sich in eine Figur hineinzuversetzen. "Aber es ist kein echtes Schauspiel-Training", sagt Rösch, die selbst seit ihrem 15. Lebensjahr Theater gespielt hat. "Ich wollte eigentlich nie Schauspielerin werden und habe daher zunächst die Sozialpädagogik anvisiert."

Dass es nun doch das Theater geworden ist, empfindet sie als Glücksfall, denn: "Nicht jedes Haus leistet sich einen Theaterpädagogen, und in Wuppertal sind wir sogar zu zweit."

Der 28-Jährigen obliegt die Grundlagenarbeit: Materialmappen erstellen, Schulen anschreiben, Veranstaltungen ankündigen, Anmeldungen entgegennehmen.

"Die Resonanz der Schulen ist eher gering", beklagt Rösch, "es gibt zwar Schulen, die regelmäßig teilnehmen, aber die Lehrer erhalten wohl zu viele Angebote, auch für Museums- oder Konzertbesuche etwa."

Dabei gäben viele Schüler als Berufswunsch "Schauspieler" an. Aber die dächten wohl eher an den Film. "Besonders die Jüngeren fragen oft, wenn man sie auf ein Theaterstück vorbereitet, was denn in dem Film vorkomme."

Rösch wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche die Schwellenangst überwinden und Kino oder Fernsehen öfter gegen die abstraktere Bildersprache des Theaters tauschen. "Das kann ein echtes Abenteuer sein."

Kontakt: Miriam Rösch und Markus Höller bieten eine theaterpädagogische Betreuung für Schulklassen und Gruppen an. Zu erreichen sind sie per Mail: theaterpaedagogik@wuppertaler-buehnen.de.

Informationen: Probenbesuche für Pädagogen werden am 5. Februar um 18 Uhr ("Nitecap" in der Börse) und am 26. Februar um 18 Uhr ("Andorra" im Schauspielhaus) angeboten. Anmeldung unter Telefon 563 / 51 59. Dort gibt es auch Materialmappen für den Unterricht, nähere Infos zu dramaturgischen Nachbesprechungen, Theaterführungen und dem Jugendclub.

Internet: www.wuppertaler-buehnen.de