Mehr Mitarbeiter für das Wuppertaler Von der Heydt-Museum

Von der Heydt-Museum : Mehr Mitarbeiter für das Von der Heydt-Museum

Schmidt-Hermesdorf, Vorsitzender des Vorstands des Kunst- und Museumsvereins, berichtet über Veränderungen.

Die Braut macht sich schön. Damit der neue Chef ein attraktives Von der Heydt-Museum vorfindet, arbeitet Joachim Schmidt-Hermesdorf, Vorstandsvorsitzender des Kunst- und Museumsvereins, heftig daran, dass sich dessen Verfassung verbessert.

Er hat sich darum gekümmert, dass die finanziellen Engpässe der Vergangenheit, die im letzten Jahr zur Absage der großen Frankreich-Ausstellung geführt hatten, beseitigt wurden. Nun geht der Blick nach vorn: Im Dezember zieht die Museumsverwaltung an den Wall um, in den frei werdenden Räumen im Museum soll die Digitalisierung vorangetrieben werden. Schließlich soll die Personaldecke in der ersten Jahreshälfte 2020 um zweieinhalb Kräfte vergrößert werden.

„Absolute Unterbesetzung“
im Von der Heydt-Museum

Bis 2022 läuft der Kooperationsvertrag zwischen der Von der Heydt Museum gGmbH, die das finanzielle Risiko des Ausstellungsbetriebs trägt (siehe Kasten), und Stadt. Der Vertrag verlängert sich automatisch, wenn er nicht drei Jahre zuvor gekündigt wurde. Gerade habe die Stadt zugestimmt, ihn um zehn Jahre zu verlängern, sagt Schmidt-Hermesdorf.

Im Vertrag ist festgeschrieben, dass die Stadt 19 Stellen vorhalten muss, während die Gesellschaft sieben Stellen finanziert. Ein Fehler, so der Jurist, der dazu geführt habe, dass trotz der Aufstockung um sieben Kräfte, die die gGmbH bezahlt, eine „absolute Unterbesetzung“ im Museum entstanden sei.

So müsse sich der (von der Gesellschaft bezahlte) Registrar beispielsweise um Digitalisierung, Leihverkehr zwischen den Museen und Provenienzforschung kümmern. „Wenn er also für den Leihverkehr nach Korea oder Japan muss, kümmert sich keiner um die anderen Bereiche.“ Weshalb Schmidt-Hermesdorf bei der Stadt dafür wirbt, wenigstens Basiskräfte einzustellen, auch wenn das zu den freiwilligen Aufgaben gezählt wird und damit den Verpflichtungen der Haushaltskonsolidierung widerspricht. „Die Verlängerung des Kooperationsvertrages mit 19 Stellen ist eine Zumutung“, urteilt er.

Außerdem hat Schmidt-Hermesdorf Geldgeber für zweieinhalb Kräfte gefunden. So finanziert der Unternehmer Eberhard Robke eine auf drei Jahre befristete Stelle, die sich um Ausstellungsbetrieb, Digitalisierung und Provenienzforschung kümmert. Eine weitere Stelle soll ebenfalls bei Provenienzforschung und beim Leihverkehr helfen, eine halbe Stelle das seit der Pensionierung von Carmen Klement verwaiste Thema Kunst im öffentlichen Raum übernehmen. Die Ausschreibungen für die dafür benötigten Kunsthistoriker sind veröffentlicht, erste Bewerbungen sind eingegangen, der neue Museumschef werde darüber befinden.

Verwaltung zieht an den Wall und macht Räume im Museum frei 

Sein Büro wird der nicht mehr im, sondern mit Blick auf das Museum haben. Am Wall 24a, im Stockwerk unter dem Zuhause des Kunst- und Museumsvereins, haben die Architekten Schutte und Schwarz in den vergangenen Monaten 550 Quadratmeter in moderne, digitale Anforderungen erfüllende Büroräume mit neuer IT und Klimaanlage verwandelt. Die gruppieren sich um eine Art offenen Treffpunkt mit großem Tisch, der unter anderem für Besprechungen der Mitarbeiter genutzt werden soll.

Außerdem wird im Keller ein starkregen-sicheres Depot eingerichtet. 600 000 Euro hat die Brennscheidt-Stiftung für die Umbauten bezahlt, die jährliche Miete des auf zehn Jahre geschlossenen Mietvertrags liegt bei 70 000 Euro im Jahr. Die Nebenkosten, so Schmidt-Hermesdorf, müsse die Stadt tragen.

Die solle sich auch um die frei werdenden Räume im Museum kümmern, damit dort die so nötige Digitalisierung in Angriff genommen werden könne. Heißt: Die Bestände mit Digitalkameras erfassen, bereits digitalisierte Anteile ins neue System übertragen und und und. „Mein Ziel ist es, das Museum international bekannt zu halten und zu machen. Das ist ohne Digitalisierung nicht möglich“, betont Schmidt-Hermesdorf.

Dazu gehöre auch ein Ausstellungsbetrieb, der seinen Schwerpunkt auf die eigene reichhaltige Sammlung lege, daraus überregional interessante Ausstellungen mache und dabei auch Kooperationen mit lokalen Einrichtungen wie dem Skulpturenpark Waldfrieden eingehe. Die Braut macht sich schön, der Bräutigam kann kommen.